Mittwoch, 24. August 2016

see what happens


(Wenn Sie das "SAY" ersetzen mit "WRITE",
dann haben Sie exakt meine gedankliche
Grundverfassung hier für diesen Blog.)

Dienstag, 23. August 2016

NOlympia


Die Olympia-Show ist vorbei.
Und dieses Mal hab ich sie nicht eine einzige Minute angeguckt.
 SHOW deshalb, weil mir KEINER mehr erzählen kann, dass es  bei der Veranstaltung noch
im Entferntesten um jene Dinge geht, die den olympischen Grundgedanken widerspiegeln.

Olympia reiht sich für mich ein in eine längere Kette von korrupten und unfairen Showveranstaltungen wie Wrestling, Tour de France, Boxen usw.

Sehen Sie, es geht nicht nur um doping - aber alleine DAS würde doch eigentlich schon ausreichen, grundsätzlich jede dieser Veranstaltungen zu boykottieren. Nur das bereits. Oder?

Doping gab es immer - und wird es immer geben.
Doch die Art und Weise, wie sich Politik und Verbände mit ausgebreiteten Armen vor glasklar identifizierte Dopingsünder stellen und sie protegieren, hat ein Ausmaß an Lächerlichkeit erreicht, welches in meinen Augen niemand mehr unterstützen kann und darf, der an Sport interessiert ist.

Das Treiben des IOC ist seit JAHREN schon auf so breiter Basis lachhaft und offenkundig korrupt, dass Sie NIEMANDEN mehr aus dem Lager je ernst nehmen könnten.

Menschenrechte?
Interessiert doch Keinen, solange die Kohle stimmt.

Olympischer Gedanke?
Bitte nur mit bezahlten Lizenzen, sonst drakonische Strafen.

Athletenverpflegung?
Alles nur vom Coca-Cola-Konzern. (Stichwort: Wasserflaschen ohne Deckel) Nachfüllen verboten.

Anti-Doping-Kontrolle:
Bitte nicht so streng, ein paar von denen haben uns gut bezahlt.

Illegaler Tickethandel durch IOC-Mitglieder?
Hach ja, kann schon 'mal passieren.

"Die schlechtesten Spiele, die wir je hatten"?
Aber die TV-Quoten sind gut gewesen!


Ethische Maßstäbe bei der Vergabe der Spiele?
"Wenn wir die Spiele nur in Länder vergeben, wo die Menschenrechte verwirklicht werden,
gehen uns relativ schnell die Kandidaten aus."



Allein den letzten Satz müssen Sie sich mal auf der Zunge zergehen lassen.

Es gibt Webseiten, die machen sich die Mühe, alle enttarnten Medaillengewinner aus den offiziellen Olympia-Fotos rauszuretuschieren - da sehen Sie auf manchem der Fotos nur noch die leeren Treppchen.

Und außerhalb des Atlethendopings? Regeln die Verbände -sowie innerhalb der Wettkämpfe die Wertungsrichter und Schiedsrichter- den noch nicht vollständig anderweitig geregelten Rest.
Es ist ja auch wirklich nur noch ein Rest.

Ist das ein spezifisch olympisches Problem? Nö.
Denn nahezu ALLES, was Sie heute öffentlich oder im TV angucken können, ist kein echter Sport mehr ab DEM Moment, wo er für Investoren bzw. als Werbeträgerevent interessant wird.
So einfach ist das.

Man könnte auch sagen: Heute ist alles nur noch fake.
Eine Veranstaltung, auf der eine Sportveranstaltung nachgespielt wird.

Sie könnten an dieser Stelle einwerfen, dies sage ja immer noch nichts darüber aus,
wer genau jetzt wo und wie im Wettkampf gewinnt - und dass das ganze
unbestritten negative Drumherum Ihnen nicht den Spaß an dem Wettkampf
"Sportler gegen Sportler" vergällen könne.

So ein Schwimmwettbewerb oder ein 100m-Lauf, die seien doch trotzdem nach wie vor spannend anzuschauen.

Bitte.  Wenn IHNEN das reicht - nur zu.
Mir nicht.


Montag, 22. August 2016

CN#07


Als ich Freitag abend beim Capt'n daheim nahezu zeitgleich mit ihm ankomme, treffe ich ihn humpelnd, aber in überaus aufgeräumter hormoneller Grundstimmung an.
Was sich für den weiteren Verlauf des Abends als interessante Konstellation herausstellen wird.

Zum Brauchtum einer Captn's Night gehört es, dass wenn möglich nicht mehr als 5 min vergehen,
bis der erste Alkohol auf dem Tisch steht.
Dies sichert dem Abend einen nicht allzu langatmigen Start und verleiht der nun einsetzenden Männerunterhaltung die notwendige Viskosität.

Wir starten mit Weißwein.
Ich kann Ihnen nicht mehr sagen, was für Einer.
Der Capt'n auch nicht.
Solcherlei Details sind nichts für einen Mann, der stets das große Ganze im Blick hat und sich
mehr der Gesamtübersicht widmet (wofür ich ihn stets bewundere).

Oder, um ihn zu zitieren: Hauptsache, es knallt.

Des Captn's Balkon dient stets als erste Ansaufstelle des Abends (aus der Reihe: wie aus einem Tippfehler ein perfekter Neologismus wird) und ist der bestmögliche Ort, zum Einen die strategischen Betankungspunkte
des Abends vorzubesprechen, zum Anderen aber auch, dem frisch entleerten Capt'n
wieder ein erstes Auffüllen zu ermöglichen.

Dehydration ist ja bei Männern ein weithin stark unterschätztes Phänomen, man denke nur an das Herz im Alter.
Oder Anderes.

Irgendwie habe ich diesmal den Red Bull vergessen mitzubringen - egal, dafür ist der nun benötigte Sekt warm.
Dann eben pur mit Eiswürfeln. Hauptsache, es kn...ach, das wussten Sie ja schon.
Und zwischendurch doch mal das eine oder andere Mineralwasser als Absturzblockiersystem.
Damit der Rain schön spritzig bleibt für den Abend.

Unser Standard-Captn's-Night-Taxifahrer ist heute zum Glück im Dienst.
Er wird uns die ganze Nacht begleiten.

Denn erstens haben wir seine Privatnummer.
Und zweitens kennt der schon so im Groben unseren Plünderungszug durch die city.
Vor Allem weiß er, wo das endet.
Und wie.

Unsere erste Anlaufstelle (aahh, diesmal richtig getippt) dient der Grundlagenbildung:
Burger für Männer.
Gott sei Dank haben wir vorgetankt, denn der Pinot Grigio in dem Laden ist SO übel, dass nicht mal
des Captn's Leitmotto "Hauptsa....---" seinen Konsum zu rechtfertigen vermag.

Wir kommen im Rahmen der männlichen Konversation nun auf jenes Thema, welches sich
als DAS Leitthema des Abends etablieren wird:
Unsere Schwänze.

Im Nachhinein habe ich mich gefragt, wir wir wirklich STUNDENlang so begeistert und vielseitig gerade bei DIESEM Thema haben stecken(hach)bleiben konnten, bis mir eingefallen ist:

Bei DEM Thema, da ist ALLES dran, was einen Mann so begeistert und wo er mitreden kann.

Es hat von allem Wichtigen ein bisschen was:
Werkzeug.
Hobby.

Einsatzgebiet.
Tuning und Fehldosierungen dabei.
Einsatz am Feind und Strategie.
Vorglühzeit und Wandel der Zeit.

Aufbauten.
Strategische Fehler des Gegners.
Handwerkliche (lol) Fehler des Gegners.
Krankheitsbedingte Ausfallphasen.
Und so weiter.

Erzähle im Zusammenhang mit "Ausfallzeiten" vom grinsenden Gesicht meines Urologen,
als ich ihm "beichtete", dass ich "da vorne" Xylocain draufspritze und er geantwortet hätte,
er sei normalerweise weitaus Schlimmeres gewohnt, wenn ein Patient mit den Worten
"ich muss Ihnen da noch was beichten" beginne .
Und dass ich ruhig damit weitermachen soll.

Ich sage Ihnen: So schön und herzhaft können da nur Männer lachen.

Vor Allem, als ich dem Capitan erzähle, wie ich die angebrochene Xylocain-Sprayflasche
irgendwann dem Schwiegervater überlassen hatte.
Für seinen schmerzenden Mundraum.

Wir ziehen weiter.
Erster Punkt ist die -wie ich sie nenne- Tobacco-location, wo immer was los ist und
wo heute abend zum Glück alle Türen und die Fensterfront offen sind - da innen
Rauchen erlaubt ist, wurde es in der Vergangenheit für mich manchmal schwierig, Luft zu bekommen.

Die Gin Tonics laufen heute gut rein.
Es scheint sich erneut als DAS Getränk des Abends zu etablieren.
Durch die ausgeglichene hormonelle Stimmung des Capitan sind seine Jagdbemühungen für den heutigen Abend nahezu zum Erliegen (lol) gekommen, was der Nacht eine gewisse Entspanntheit verleihen wird.

Zumal der Seeclub heute zu hat (Disco) - eigentlich ein geiler Laden, allerdings mit locationbedingt einigen Schönheitsfehlern:
Unterhaltung musikbedingt nur schwierig,
Altersdurchschnitt weit unter uns,
Versorgungslage an der Bar personalbedingt gerne auch mal defizitär.
Aber, positiv: Geile Weiber, gute Mucke.

Natürlich schwelgen wir (die wir in Summe auch schon 85 sind) auch in den erzählenswerten Erinnerungen der Vergangenheit.

Die analsexbegeisterte Twentysomething.
Die Fette, die sich nach dem Sex endgültig entschied, dass sie doch eher auf Frauen steht.
Die Bekanntschaft, die ins Gesicht geschlagen werden wollte beim Sex.
Fesselspiele in Mannheim, geteilte Freuden in Heidelberg, ungeglückte Aufrisse in Hamburg.
Und Partynächte in München, die es so in dieser Form nie wieder geben wird.


Zwischendurch treffen immer mal wieder Textnachrichten beim Capt'n ein.
Ob wir noch zu einer Geburtstagsfeier zu zwei Bekannten (w) kommen wollen.
Der Capt'n zeigt mir Fotos einer der Teilnehmerinnen und ich denke mir:
LASS.UNS.DA.HIN.

Wie weit das weg sei?
Och. So ca. 150 Meter von hier.
Wo genau das sei?
Und dann sagt der Capt'n: Genau EINEN STOCK über Deiner Gianna, im gleichen Gebäude.
...

            ...Ok. Thema durch.
Das sowie die Tatsache, dass Eltern und Großmutter der Feiernden ebenfalls anwesend sein würden, lässt uns dann von dem Gedanken einer "Privatfeier" doch eher wieder Abstand nehmen.
Zumal die Grundversorgungslage des Captn heute ja berei...ach, das wissen Sie ja auch schon.

Also ziehen wir noch ein bisschen im Quadrat herum und staunen irgendwann, wie schnell der Abend vergeht - als es halb zwei ist, sind wir grundvernünftig aufgetankt, aber weder voll noch müde.
Als der Capt'n ausgerechnet gleichzeitig mit mir aufs Klo muss, wird es für mich kurz nochmal deprimierend - am Pissbecken, da können Sie als Mann neben dem Capt'n nur verlieren.
Stichwort: Ponygemächt.

Wenn SIE mit zwei Fingern irgendwo nördlich des Reißverschlusses nach der Nudel fahnden,
greift EL CAPITAN beherzt mit der Handwerkerhand nach unten und macht eine Griffbewegung,
wie wenn Sie einen Stapel Bücher aus dem Umzugskarton rauswuchten.
Und die Kapazität Ihrer Blase wirkt neben jener des Capt'n so, als seien Sie schon 80 und prostatös vorgeschädigt.

Besser, Sie nehmen während der Wartezeit was zum Spielen mit oder so - bis der Capt'n abgestrullert hat, schaffen Sie locker 5 Level Candy Crush.

Im "Kuba" heben wir anschließend durch Betreten der location den Altersdurchschnitt nochmals sehr deutlich.
Genau genommen wird der Abend nur durch unsere Anwesenheit im Durchschnitt aller Besucher bereits zur Ü30-Party.

Was soll's, ich hab mich dran gewöhnt, optische Luft zu sein.
Irgendwie sind wir auch die Einzigen, die dort KEIN T-Shirt tragen (sondern Hemden).
Aber T-Shirts sehen an mir so gemein aus, das mach' ich nur noch in den eigenen 4 Wänden.

Es ist weit nach zwei Uhr, als wir die Finalrunde des Abends im nächsten Laden einläuten wollen.
Dort, wo wir durchaus auch schon mal nette Tänzerinnen an Stangen angetroffen hatten, ist heute fast gähnende Leere.
Und die zwei einzigen vorhandenen Ansehnlichen sind fest in den Händen/Armen von Südeuropäern, offenbar mit Dauerbuchung.

Wirklich unerträglich ist aber die Privatparty, die eine kleine Schar Türken oder Griechen dort abzündet. Ständiges rhytmisches in die Händeklatschen, lauthals mitgesungene Balkanmusik und in die Luft geworfene Tanz-Dollar-Noten (sofern sie den Mädels nicht überall reingesteckt werden) lassen uns gerade mal 2 Bier lang bleiben.

Draußen an der frischen Luft sichtet der Capt'n eine in der Ferne beleuchtete Kirche oder sowas - und gläubig, wie wir sind, lenken wir unsere Schritte in Richtung dieser Wirkstätte mutmaßlich hochchristlicher Bediensteter.

Als wir uns nähern und den Fuhrpark vor dem Gebäude (sowie die offenen Türen) näher betrachten, kommen uns Zweifel (vor Allem mir).
Mit etwas Mühe finden wir gemeinsam zu dem Entschluss, wieder zurück in die City zu fahren und unseren Start-Laden faktisch auch zum End-Laden zu machen.

Ok, nicht ganz freiwillig, weil wir im "Kuba" erst gar keine drinks mehr bekommen (offiziell wegen der fortgeschrittenen Uhrzeit - kann aber auch sein, dass die junge Blonde befürchtet hatte, uns die drinks ins Altersheim am Ende der Straße rübertragen zu müssen).

Sehr vernünftig betankt treten wir die Heimfahrt an.

video

Wir staunen daheim nicht schlecht, dass es trotz unaufgeregter Abendgestaltung doch fast halb fünf geworden ist.
Der Tag bricht an, als ich mir die Bettdecke überziehe.

Andernmorgens erweist es sich erneut wie schon so oft als sinnvolle Maßnahme, abends noch Novalgintropfen eingeschraubt zu haben, zwecks Vermeidung zumindest des übelsten Katers.

Wie üblich bin ich als Erster wach, dusche und föne mich und gehe dann in die Küche, um das Kapitänsfrühstück herzurichten.
Als der Capt'n halbverschlafen aus dem oberen Stockwerk herunterhumpelt, bin ich noch nicht fertig damit - das hatten wir auch schon anders^^.

Es gibt eine kleine Schinken-Käse-Marmelade-Auswahl, frisch aufgebackene Brötchen und gekochte Eier.
(Selten hab ich so große Eier gesehen wie die beim Capt'n, die haben kaum in die Becher gepasst!
Aber: Wen wundert's. Wie der Herr, so's Gescherr.)

Zum Frühstücks-Ambiente gibt's noch aus meinem Handy unter den staunenden Augen und Ohren des Captn's Wasserfallgeräusche und Vogelgezwitscher, dann packe ich meine Tasche und trete die Heimreise an.

Danke, Capt'n, war wieder mal geil :).

PS: Nein, Bewerbungen sind sinnlos^^.
Sogar wenn mit Tittenfotos :)
Frauen mit dabei auf einer Captn's Night?
So was machen wir ...hmm, erstmal nicht mehr^^.