Donnerstag, 17. August 2017

Gedrängte Wochenübersicht



[ Sie haben diese Woche hier schon genug leiden müssen,
in Form langer, bisweilen sperriger Textinhalte,
deren vor Allem episches Ausmaß Ihre Geduldfsäden
mehr als einmal zu überziehen denkbar geeignet schien.

Da wird es Sie freuen, heute mal cat content serviert zu bekommen.
Was für's Auge, Herz, Ohren.

Gönnen Sie Ihrem Geist die verdiente Pause. ]

Wenn Sie Ihr gefälliges Augenmerk auf den Titel des heutigen Beitrages lenken,
erhalten Sie zweierlei.

        a) den Titel eines hervorragenden und somit Ihnen empfohlenen Buches
        b) eine vortreffliche Beschreibung des Videosammelsuriums, welches ich heute auskehre.

Ist heute 'was für Sie dabei?


Wie ich meine Flug-Eule verliehen bekam in WoW:
 

Tanzende Brüste:
 

Schockierende Fußgänger-Antiwerbung:
 


Das schlechteste Musikvideo aller Zeiten:



Unser Bildungssystem als Zeichentrickfilm:
 

Kuschel-Katzen:


Putin erklärt "black suits":

Mittwoch, 16. August 2017

Grundeinkommen



Ein einziges Mal habe ich mich zum Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" geäußert - und zwar als Blogger, in den Kommentaren eines anderen Blogs.

Da ich damals noch die genau gegenteilige Auffassung vertrat wie heute
und das auch nicht wirklich unprovokativ kundtat, wurde ich anderntags
-nachdem mein Kommentar von Allen gelesen worden war- in der Blogosphäre geröstet :-).

("Wer nicht arbeitet, obwohl er gesund ist und könnte,
soll auch verhungern"
in Anlehnung an den
berühmten Ausspruch von Franz Münterfering)


Inzwischen hab ich ein bisschen was dazugelernt über social media und Politik:

Social media wohnt eine gewisse Impulsivität (um nicht zusagen Hysterie) ihrer user inne,
die periodisch verlässlich an- und abebbt, je nachdem wo gerade das Wasser anbrandet.
Sollte man aber nicht allzu ernst nehmen.

Und bei Politikern gilt mehr denn je:
Sobald sich die Mehrheit unter ihnen mit zunehmender Vehemenz gegen eine Veränderung
in einem bestimmten Bereich ausspricht, sollte man sich den unbedingt einmal näher ansehen.

Vielleicht entsinnen Sie sich hierzulande noch solcher Debatten um Themen wie z.B.
Gesundheitsfonds, Abschaffung Wehrpflicht, Vermögenssteuer, Erneuerbare Energiengesetz,
Abschaltung Atomkraftwerke, Mindestlohn, Autobahnmaut nur für LKW (aber niemals für PKW),
Reichen-Steuer usw. usw.

Wie viele in der Politik da den Teufel an die Wand gemalt hatten im Vorfeld:

"Gefährdung des Wirtschaftsstandortes",
"Bürokratiemonster",
"technisch nicht durchführbar",
"Verlust von Arbeitsplätzen",
"dann wird es Allen schlechter gehen"",
"zusätzliche Belastung der Steuerzahler" usw. usf.

Sie können all diese Entgegnungen beliebig durcheinandermischen, wie bei der Ziehung der Lottozahlen, und anschließend als Musterentgegnung hinter ein Thema Ihrer Wahl setzen - oder auch hinter den Vorschlag "bedingungsloses Grundeinkommen", in diesem Fall kriegen Sie dann ALLE diese Argumente auf einmal zu hören.

Ich hatte lange Zeit die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens verneint,
im Wesentlichen aus zwei Gründen:

  1. ich sah nicht, wie die tatsächlich erst einmal unglaublichen finanziellen Volumina,
    über die wir dann reden, je würden finanzierbar sein
  2. ich sah nicht ein, weshalb alle Menschen etwas geschenkt bekommen sollten,
    was von derzeit nur etwa 53% (= die Erwerbstätigen) komplett bezahlt wird.

Nach und nach bröckelte meine Ablehnung:
Erst erfuhr ich, was der Sozialstaat in seiner jetzigen, unveränderten Form jedes Jahr kostet.

Wieviele Milliarden nur dafür aufgewendet werden, Leute dafür zu bezahlen,
Arbeitslose zu verwalten, auf manchmal fragwürdige "Qualifizierungsmaßnahmen" zu schicken,
die niemals in langfristige Arbeit münden werden zu einem Lohn, der -wie es so schön heißt- zur Teilhabe an der Gesellschaft reicht.

Danach wird klar, weshalb die Gewerkschaften so vehemente Gegner
des bedingungslosen GE sind:
Sie sind zu >90% diejenigen, deren Einrichtungen die Qualifizierungsmaßnahmen anbieten,
welche dann mit einem Schlag überflüssig würden.

Es geht um nichts Anderes, als die Plätze an den Fleischtöpfen des Steuerbeutels
mit eigenen Leuten zu besetzen. Nicht anders, als es die Pharmalobby und zig Andere auch tun.

Lassen Sie uns kurz fachlich werden.
Im Prinzip KANN das Ganze rechnerisch funktionieren (und dies stellt
meinen derzeitig positiven Stand der Überzeugung dar), wenn Sie
folgende Parameter unterstellen:

  • Sie lassen den ganzen Blödsinn, den wir vergeblich betreiben, wegfallen:

    Hartz IV, Arbeitslosengeld I, das Bundesamt für Arbeit, ARGEs, Qualifizierungsmaßnahmen
    für Langzeitarbeitslose usw. und kippen alle dadurch freigewordenen Mittel in einen neuen Geldtopf.
  • Zusätzlich füttern Sie diesen Topf wie folgt auf:
    Sie führen eine Vermögenssteuer ein und heben den Spitzensteuersatz auf ALLES
    auf 50% an (die aber fast Keiner zahlen wird, siehe Rechnung unten).
  • Alle Besteuerungsarten werden als Quellensteuer am Ort ihres Entstehens direkt abgeführt.
  • Dividenen, Spekulationsgewinne und Erwerbseinkommen werden steuerlich gleichgestellt.
    Damit beteiligen Sie künftig auch Kapital ebenso wie Arbeitsleistung an der Sozialfinanzierung.
  • Sie nehmen in Kauf, dass durch die so weggefallenen Funktionen und
    Verwaltungstrukturen eine mindestens hohe sechsstellige Zahl an Arbeitslosen
    erstmal sofort zusätzlich entsteht.
  • Wenn Sie das machen, sind ca. EUR 1.000 mtl. für JEDEN als bedingungsloses,
    anrechenbares Grundeinkommen rechnerisch möglich.
  • Die Anrechnung erfolgt so: Unabhängig von Ihrem Einkommen (sei es Erwerbstätigkeit oder rein aus Kapitalvermögen etc.) bekommen Sie mtl. EUR 1.000
  • Verdienen Sie "irgendwie" EUR 120.000 im Jahr, zahlen Sie EUR 60.000 Steuern.
    Sie bekommen aber mtl. EUR 1.000 GE - also zahlen Sie netto EUR 48.000 Steuern.
    Das entspricht netto einem 40%-Steuersatz - also weniger als heute.
  • Verdienen Sie "irgendwie" EUR 60.000 im Jahr, zahlen Sie EUR 30.000 Steuern,
    abzgl. GE wie oben in der Rechnung bleiben effektiv noch EUR 18.000 übrig,
    das entspricht einem effektiven Besteuerungssatz von 30% - auch weniger als heute.
  • Im dritten Beispiel für einen Geringverdiener mit mtl. EUR 2.000 brauchen Sie
    nun keine Berechnung mehr - er zahlt effektiv KEINE STEUERN mehr.
    So, wie es für Geringverdiener eigentlich auch sein sollte m.M.n.

Welche Langzeiteffekte könnte das Modell mit sich bringen  (+/-)  ?


  • die Anzahl der "klassischen Vollzeit-Arbeitsplätze" würde sich vermutlich deutlich verringern
  • viele Menschen würden durch das GE auf  eine Teilzeitbeschäftigung runter gehen => das gleiche Volumen an Arbeit würde auf mehr Menschen/Schultern verteilt
  • weniger Erwerbstätigkeitszeit böte zeitliche Freiräume, bspw. zur Weiterbildung/Umschulung
  • weniger Erwerbstätigkeitszeit ermöglichte vielen Menschen, es sich leisten zu können, ehrenamtlich oder sozial unterstützend tätig zu sein
  • "unbeliebte" Jobs würden fast ausschließlich von Gastarbeitern / Zuwanderern erledigt werden müssen.
  • der Wegfall der zeitlichen Ordnungsstruktur eines Erwerbslebens dürfte zu einem Anstieg der Verwahrlosungen / Alkoholismus führen
  • mutmaßlich geringere Krankheitszeiten/Ausfalltage bei jenen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, durch längere Erholungszeiten und Wegfall Existenzängste



Falls Ihnen das Alles zu theoretisch und rechnerisch nicht nachvollziehbar ist,
möchte ich Sie bitten, sich zurückzulehnen, und die Thematik noch einmal
von ganz weit weg zu betrachten, anhand folgender Fragestellungen:


  1. Allein die Bundesagentur für Arbeit beschäftigt mehr als 100.000 Menschen
    und nochmal etliche zusätzlich arbeiten in den Jobcentern.
    Die sind zuständig für 2,6 Mio Arbeitslose und ca. 7 Mio (!) Hartz IV-Bezieher.

    Halten Sie diese jetzige Situation für effektiver?
    Oder auch nur für erstrebenswerter?
    Oder gerechter?

  2. Falls Ihnen -wie mir früher- der Gedanke zuwider ist, dass dann auch
    die ganzen Faulenzer und Drückeberger und Taugenichtse jeden Monat
    tausend Euro fürs Nichtstun kriegen:

    Glauben Sie, das sei jetzt etwa anders?
    Wenn Sie deren Hartz IV-Bezüge plus das Gehalt derjenigen, die diese Menschen
    verwalten, zusammenrechnen?
    Plus den ganzen Qualifizierungskram?

  3. Haben Sie den Umstand, dass Ihre Arbeitsleistung erheblich strenger besteuert wird
    als jegliches Kapital, seither als gerecht empfunden?

  4. Wären Sie auch dann noch ein Gegner z.B. der Vermögenssteuer (s.o.) geblieben,
    wenn Sie gewusst hätten, dass die nie gedacht war für Barvermögen unterhalb 1 Mio Euro,
    Sie also gar nie betroffen gewesen wären?

  5. Lassen Sie den ganzen Scheiß meinetwegen 30, 50 oder 100 Mrd. mehr kosten
    als zunächst gedacht und errechnet - wo ist das PROBLEM?

    Wir konnten lachend 123 + 24 Mrd nach Griechenland ausbuchen ("bürgen"),
    wir konnten binnen STUNDEN eine Hypo Real Estate und Andere Landesbanken retten
    und haben dabei 51 Mrd EUR sofort verbrannt und weitere 480 Mrd an Bürgschaften verballert - und diese Zahlen sind 5 Jahre alt.

    Falls das nicht reicht: Alle Deutschen haben zusammen 5.000 Mrd. Eur BARvermögen im Inland liegen.
    Also bitte - wir können ALLES.
    Wenn wir WOLLEN.

  6. Wenn Sie sich die Politiker und Lobbyisten anschauen, die am Lautesten schreien
    gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen:

    Wogegen/Wofür waren diese Menschen bisher in der Vergangenheit sonst noch so?
    Was genau sind das für Leute?
    Wie glaubwürdig und dem Volkswohle zu dienen geeignet waren deren Positionierungen
    in der Vergangenheit?
    Wie haben die abgestimmt?
    Wofür/wogegen?
    Welche Nebeneinkünfte und aus welchen Quellen beziehen sie?


Im Prinzip reicht allein Punkt 6 schon aus, um Einen zum Nachdenken zu bringen, finde ich.
Weil es manchmal schon reicht, sich den "NEIN"-Sager anzusehen, um für "JA" zu sein.


Dienstag, 15. August 2017

Mondscheinsonate by Tina S.


[ Premiere im SoulBlog:

Megascharfes junges Ding heute als Thema.
Und KEIN EINZIGES Wort von mir aus der fuckability-Ecke.

Und auch sonst: NULL Sexismus heute.

Kein Zweifel: Mir setzt dieses Wetter zu, ehrlich.
Ich werd' schon ganz weich in der Birne. ]





Es gibt da draußen eine ganze Legion junger Frauen, die unglaublich talentiert und
virtuos auf der E-Gitarre sind, und von denen man nie etwas hören wird.

Nicht so Sie - denn SIE haben Glück!

SIE sind schließlich abonniert auf den SoulBlog, den Hort der Wissbegierigen,
den Hafen der Sprachgewandten, den Musentempel der Schöngeistigen.

Wirklich neoklassizistische Gitarristen gibt es heute weniger als Ende der Achtziger,
Anfang der Neunziger, und auch wenn Tina S. nicht explizit zu ihnen zählt,
spielt sie doch in ihrer Topriege mit.
Und das mit 18.

Ein bisschen Herumstöbern auf JuhTjuhb bringt Sie zu ihren Anfängen,
im Alter von acht, neun Jahren:




Und das Ergebnis vieler tausend Stunden Übung, Leidenschaft und Talent
ist dann so ein Juwel wie der dritte Teil von Bachs Mondscheinsonate.

Flirrendes, federleichtes Fingertapping (ab 03:30 etwa), filigraner und eleganter sogar,
als es der Arrangeur dieses Stücks Dr. Viossy selbst hinbekommt.

Und auch in größerer Zeitnot immer noch die Chuzpe, sich die Zeit zu nehmen für einen
kurzen Powerslide über das Fretboard, unglaublich.



Ihr Endorser VIGIER GUITARS hat ihr übrigens zum 18. Geburtstag ein neues Modell geschenkt.

Sie können ja mal googlen, was eine
neue "Vigier Excalibur" so kostet.