Mittwoch, 20. September 2017

Urlaub


Wenn Sie das hier lesen, bin ich vermutlich bereits auf dem Weg nach Süditalien. EDIT: angekommen.

"Vermutlich" deshalb, weil ich Ihnen tatsächlich nicht genau sagen kann,
wann wir in Urlaub gehen.

Nicht, weil wir nichts gebucht hätten - das haben wir.
Nicht, weil die Abreise noch von unwägbaren Einflüssen abhinge - das tut sie nicht.
Nicht, weil wir noch auf genaue Auskünfte evtl. Mitreisender warten würden - die gibt es nicht.

Sondern deshalb "vermutlich", weil ich mit der ganzen Organisation, Buchung, Planung absolut NICHTS zu tun hatte.
Ich weiß lediglich, dass wir irgendwann diese Woche weg fahren, Anreise mit dem eigenen Auto,
eine Nacht Zwischenstopp in Habichschonwiedervergessen.

Es kann sogar sein, dass ich schon seit 24 Stunden weg bin, wenn Sie das hier lesen.
Weil ich mich komplett vertan hab im Tag der Abreise.   EDIT: yapp, stimmt.

Weil es mich selten so interessiert hat wie diesmal.
Ich will diesen Urlaub mit 1650km Autoanreise jetzt nicht so wirklich.
Ich weiß nicht, was die Geheiratete sich davon erhofft oder verspricht, aber
er hat das Potenzial, etwas Anderes zu werden.

Vielleicht sind wir nach 4 Tagen schon wieder da?
Vielleicht wird es eine wunderbare Zeit und wir verlängern?
So oder so - ich hab keinen blassen Schimmer, wie lange wir überhaupt da unten bleiben.

Was den Blog betrifft, geht dieser in seine Spätsommerpause.
Ich sehe die Mehrheit von Ihnen jetzt kopfnickend, denn Sie wissen ebenso gut wie ich:
Nötig war die Pause.
Dringend.

Es wird also ein paar beitragsfreie Tage hier im Blog geben - ausgenommen vielleicht,
Sie könnten die liebenswerte Mitbewohnerin eines Besseren überzeugen.

Denken Sie ein bisschen an mich.
Wenn's geht, im Guten.

    Bis bald...


Dienstag, 19. September 2017

Die Zeit Deines Lebens



Vielleicht erinnert sich noch jemand an einen der älteren Beiträge,
wo ich mich an einem allgemeinen Spendenaufruf beteiligt hatte
und auch selbst mit einem kleinen Beitrag tätig geworden war.

Es war damals um eine junge Frau gegangen, die an Krebs erkrankt war
und das in einer ohnehin angespannten finanziellen Lage für Mann, Kinder und sie selbst.

Heute rufe ich sie erneut auf, sich mit einem kleinen (oder großen) Beitrag
für die junge Frau zu beteiligen.

Diesmal nicht für Ihre Behandlung.
Sondern für Ihre Beerdigung.
Und diesmal via PayPal ("Geld an Freunde und Familie senden").

Wir haben nicht immer die Gewähr dafür, dass die Dinge, die wir tun,
das bewirken, was wir beabsichtigen oder damit vorhatten.

Aber wir können uns sicher sein, dass sie nie ohne Wirkung bleiben werden.


Montag, 18. September 2017

7 days and 1 week KW 38



[ Eine Bombenwoche.
Beruflich wie privat, sachlich wie emotional.

Ein fucking scheißfuckdrecks Emo-rollercoaster. ]

       Montag

-> vorbereitende Hausaufgabe:    Googlen Sie "Madeira Baum"

Die Email der Chefin ist schon mal die erste Bombe der Woche:
Wir erfahren, dass die Freundin eines Kollegen im Sommerurlaub gestorben ist.
Erschlagen von einem Baum, der sogar durch die Presse ging.
Irre.

Der Eine findet die Liebe und verliert sie ans Leben, weil er sie nicht behalten kann,
der Andere findet sie und verliert sie an den Tod, obwohl er sie behalten wollte.

Sofern Sie noch an die Existenz eines vernunftbegabten Gottes glauben, der noch
alle seine Tassen im Schrank hat, fehlen diese Ihnen vollzählig.


       Dienstag

Email der Chefin-Sekretärin:
Der JÜNGSTE aller unserer Kollegen ist beim Kicken mit seinen Kumpels
mehr oder minder umgekippt und konnte dank Notarzt und Not-OP gerade noch
mit Bypassverlegung von der Schippe zurückgeholt werden.
Mit Mitte 30.

Der hat letztes Jahr seine Freundin kennengelernt und ist
vor gerade mal 5 Monaten Vater geworden.

Sofern Sie noch an die Existenz eines vernunftbeg.... Sie wissen schon.


       Mittwoch

In der Veranstaltungspause gegen halb zwölf nehme ich meine Chefin beiseite:
Ich bräuchte einen Termin direkt nach meinem Urlaub mit ihr.
Dringend.

"Wieso? Was ist passiert?"
Ich schenke ihr reinen Wein wegen der Bewerbung in Köln ein.
Sie reagiert eine Spur zu wenig entsetzt.

Statt dessen fallen Sätze wie "...also dafür sind Sie die Idealbesetzung!..."  ...
..."...da wird sich gehaltsmäßig doch sicher nochmal was für Sie draufsatteln lassen!..."

Nicht mal den VERSUCH eines Zurückhaltens unternimmt sie.

Dabei wäre der zeitgleiche Abgang ALLER ihrer Fachspezialisten (Vorruhestand der Eine,
Köln-Bewerbung der Andere) eine Katastrophe für sie - sofern sie denn nächstes Jahr
überhaupt noch unsere Chefin wäre.

Ihre Reaktion lässt nur den Schluss zu:
Sie weiß bereits, dass sie es nicht ist, die Gerüchte scheinen sich zu bewahrheiten.

Was meinen eigenen Überlegungen einen weiteren Mosaikstein auf der "geklärt" -Seite zufügt.


       Donnerstag

Die zentrale Tagung beginnt megapeinlich:
Als Intro setzt man uns eine Eigenproduktion im MTV-Musikvideo-Stil vor,
die unsere beiden Vorstände in einer Boxkampfarena zeigt.

Wie sie in den Boxring steigen.
Der unvermeidliche "Let's get ready to ruuumbleeee"-Typ als Boxansager.
Die Feinde, die sie reihenweise umhauen (Konkurrenz, Niedrigzinsphase, Regulatorik aus Brüssel, Profitabilität  usw.)

Wirklich ein ganz peinliches, billiges Symbolspiel zweier Gockel, die einen auf
"Wickis starke Männer" machen wollen - und dafür abertausende Euro im Rahmen der Videoproduktion zum Fenster rausgehauen haben.
Zu gerne würde ich es hier zeigen (habe es abgefilmt wie einen schlimmen Autobahnunfall),
aber es würde mich enttarnen - vielleicht (viel) später einmal...

Der kleinere, schmächtige von Beiden mit der Stimme eines gewürgten Erpels
"freut sich" auf den Tag "mit uns".

Stolz kündigt er sich und seinen Vorstandsfreund an,
dessen Rede nachher komme,
der uns sicher inspirieren werde,
der uns alle für den Jahresschluss motivieren werde.
In Kürze werde er bei uns eintreffen.

5 min später gehen finster dreinblickende Männer mit Funkheadsets durch die Sitzreihen, zeigen stumm auf eine Führungskraft nach der anderen und winken sie wortlos zu sich nach draußen vor die Halle.
Das geht fünf oder sechs Mal so.

Dann springen alle unsere iphones gleichzeitig an und die Bombe platzt:
Der "gute Freund", der Vorstand, auf dessen Veranstaltung wir hier angereist sind,
der im Boxvideo die Hauptrolle spielte, der sich auf uns und den Auftritt nachher gefreut hatte,
hat das Unternehmen heute morgen verlassen und um seine sofortige Vertragsaufhebung gebeten.

Und sein künftiger Arbeitgeber (die vorhin im Boxkampf-Video noch so stolz weggeboxte Konkurrenz!) steht bereits in der Email mit drin.

Der Tag ist inhaltlich erledigt.
Mein Bonner Freund und Geistesbruder und ich gehen in die Pause und machen uns vor Lachen fast in die Anzüge.


       Freitag

Mit dem deutlich älteren V.I.P.-Rechtsanwalt in dessen Luxus-Kanzlei
bin ich morgens bereits überraschend gut zurecht gekommen, mit dem Geschäftsführer
des 70-Personen-Unternehmens nachmittags ebenfalls.

Die Termine liefen extrem viskos. Obwohl ich etwas aus der Übung bin.

Scheint so, als würde ich mich altersmäßig langsam auf "eine Ebene" mit meiner
präferierten (weil wohlhabenden) Klientel zubewegen. Ich werde unleugbar* ernster genommen
von der Geldanlage-Kundschaft als noch vor zehn Jahren.

Und das jetzt, wo ich bereit bin, den aktiven Front-Vertrieb zu verlassen.
Gaga ist das alles.

Aber die wirklich wesentliche Nachricht des Tages ist natürlich diese:


       Samstag

Am Wochenende installiere ich einen zweiten Router als Notfallreserve, den ich günstig gebraucht auf echobay geschossen habe (knapp halber Neupreis).

Der Anlass dazu kam so:
Pedro wartete geschlagene VIERZEHN TAGE auf einen Ersatzrouter unseres Kabel-Internetanbieters, als sein alter eines morgens letztmalig aufblinkte und danach abgeraucht war.

Der Austauschauftrag war intern 1x (unrechtmäßig) storniert und 1x irrtümlich als erledigt abgehakt worden, ein weiteres Mal bekam Pedro eine TV-Setopbox samt Karte zugeschickt, was er nie bestellt hatte - was absolut verständlich ist:

Bevor irgendein Hotline-Gruppenleiter die (benötigte) Ersatzhardware von 170,-- EUR Neuwert abzeichnet, versucht man lieber erstmal, das Ding
a) zu löschen
b) totzuschweigen und
c) irgendwas Anderes hinzuschicken, was noch im Lager ist und weg muss - vielleicht kümmert sich ja ein Anderer beim nächsten Anruf auf seine Budgetlast um das Problem?

Ergebnis:
Pedro und seine Frau hatten binnen 10 Tagen alle ihre Handy-Surfvolumina
verbraucht - und das 3 Tage vor Auslandsurlaubsantritt.
Wie kann man so doof sein?

           Lektion für mich daraus:           Sofort Ersatzrouter kaufen, sofort fertig konfigurieren.

Wenn der alte dann irgendwann mal die Biege macht:
Runter in den Keller,
Karton raufholen,
altes Gerät in den Müll
neues Gerät 1:1 ankabeln,
anschalten,
Internet ist wieder da.

Zeitaufwand:  15 min statt 14 Tage.


       Sonntag

Was ich durchdenken kann, denke ich gerade durch:

Falls sich dieser neue Job als etwas herausstellt, was man mir tatsächlich anbieten wird,
muss ich mich sehr bald danach entscheiden.

Das hat eine private Komponente (Ehefrau = nur noch wochenends. Falls.)
Und das hat eine finanzielle Komponente (doppelte Haushaltsführung, kein Dienstwagen mehr, usw.).

Darüber hinaus hat es eine perspektivische Komponente:

Lässt sich abschätzen, was hier in 3 oder 5 Jahren sein wird?
Wenn ich nicht weggehe?
Lässt es das eher, als es sich dies NACH einem erfolgten Wechsel ließe?

Sofern es dazwischen einen benennbaren Unterschied geben sollte:
Weiß ich überhaupt, was von Beidem ich wollen sollte?

Dabei soll mir das da helfen:



'War eine Empfehlung des Büffels.
'Kann man ja mal drauf hören, auf den Mann.

* das musste ich tatsächlich googlen,
ich hätte es anders buchstabiert.