Donnerstag, 17. August 2017

Gedrängte Wochenübersicht



[ Sie haben diese Woche hier schon genug leiden müssen,
in Form langer, bisweilen sperriger Textinhalte,
deren vor Allem episches Ausmaß Ihre Geduldfsäden
mehr als einmal zu überziehen denkbar geeignet schien.

Da wird es Sie freuen, heute mal cat content serviert zu bekommen.
Was für's Auge, Herz, Ohren.

Gönnen Sie Ihrem Geist die verdiente Pause. ]

Wenn Sie Ihr gefälliges Augenmerk auf den Titel des heutigen Beitrages lenken,
erhalten Sie zweierlei.

        a) den Titel eines hervorragenden und somit Ihnen empfohlenen Buches
        b) eine vortreffliche Beschreibung des Videosammelsuriums, welches ich heute auskehre.

Ist heute 'was für Sie dabei?


Wie ich meine Flug-Eule verliehen bekam in WoW:
 

Tanzende Brüste:
 

Schockierende Fußgänger-Antiwerbung:
 


Das schlechteste Musikvideo aller Zeiten:



Unser Bildungssystem als Zeichentrickfilm:
 

Kuschel-Katzen:


Putin erklärt "black suits":

Mittwoch, 16. August 2017

Grundeinkommen



Ein einziges Mal habe ich mich zum Thema "bedingungsloses Grundeinkommen" geäußert - und zwar als Blogger, in den Kommentaren eines anderen Blogs.

Da ich damals noch die genau gegenteilige Auffassung vertrat wie heute
und das auch nicht wirklich unprovokativ kundtat, wurde ich anderntags
-nachdem mein Kommentar von Allen gelesen worden war- in der Blogosphäre geröstet :-).

("Wer nicht arbeitet, obwohl er gesund ist und könnte,
soll auch verhungern"
in Anlehnung an den
berühmten Ausspruch von Franz Münterfering)


Inzwischen hab ich ein bisschen was dazugelernt über social media und Politik:

Social media wohnt eine gewisse Impulsivität (um nicht zusagen Hysterie) ihrer user inne,
die periodisch verlässlich an- und abebbt, je nachdem wo gerade das Wasser anbrandet.
Sollte man aber nicht allzu ernst nehmen.

Und bei Politikern gilt mehr denn je:
Sobald sich die Mehrheit unter ihnen mit zunehmender Vehemenz gegen eine Veränderung
in einem bestimmten Bereich ausspricht, sollte man sich den unbedingt einmal näher ansehen.

Vielleicht entsinnen Sie sich hierzulande noch solcher Debatten um Themen wie z.B.
Gesundheitsfonds, Abschaffung Wehrpflicht, Vermögenssteuer, Erneuerbare Energiengesetz,
Abschaltung Atomkraftwerke, Mindestlohn, Autobahnmaut nur für LKW (aber niemals für PKW),
Reichen-Steuer usw. usw.

Wie viele in der Politik da den Teufel an die Wand gemalt hatten im Vorfeld:

"Gefährdung des Wirtschaftsstandortes",
"Bürokratiemonster",
"technisch nicht durchführbar",
"Verlust von Arbeitsplätzen",
"dann wird es Allen schlechter gehen"",
"zusätzliche Belastung der Steuerzahler" usw. usf.

Sie können all diese Entgegnungen beliebig durcheinandermischen, wie bei der Ziehung der Lottozahlen, und anschließend als Musterentgegnung hinter ein Thema Ihrer Wahl setzen - oder auch hinter den Vorschlag "bedingungsloses Grundeinkommen", in diesem Fall kriegen Sie dann ALLE diese Argumente auf einmal zu hören.

Ich hatte lange Zeit die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens verneint,
im Wesentlichen aus zwei Gründen:

  1. ich sah nicht, wie die tatsächlich erst einmal unglaublichen finanziellen Volumina,
    über die wir dann reden, je würden finanzierbar sein
  2. ich sah nicht ein, weshalb alle Menschen etwas geschenkt bekommen sollten,
    was von derzeit nur etwa 53% (= die Erwerbstätigen) komplett bezahlt wird.

Nach und nach bröckelte meine Ablehnung:
Erst erfuhr ich, was der Sozialstaat in seiner jetzigen, unveränderten Form jedes Jahr kostet.

Wieviele Milliarden nur dafür aufgewendet werden, Leute dafür zu bezahlen,
Arbeitslose zu verwalten, auf manchmal fragwürdige "Qualifizierungsmaßnahmen" zu schicken,
die niemals in langfristige Arbeit münden werden zu einem Lohn, der -wie es so schön heißt- zur Teilhabe an der Gesellschaft reicht.

Danach wird klar, weshalb die Gewerkschaften so vehemente Gegner
des bedingungslosen GE sind:
Sie sind zu >90% diejenigen, deren Einrichtungen die Qualifizierungsmaßnahmen anbieten,
welche dann mit einem Schlag überflüssig würden.

Es geht um nichts Anderes, als die Plätze an den Fleischtöpfen des Steuerbeutels
mit eigenen Leuten zu besetzen. Nicht anders, als es die Pharmalobby und zig Andere auch tun.

Lassen Sie uns kurz fachlich werden.
Im Prinzip KANN das Ganze rechnerisch funktionieren (und dies stellt
meinen derzeitig positiven Stand der Überzeugung dar), wenn Sie
folgende Parameter unterstellen:

  • Sie lassen den ganzen Blödsinn, den wir vergeblich betreiben, wegfallen:

    Hartz IV, Arbeitslosengeld I, das Bundesamt für Arbeit, ARGEs, Qualifizierungsmaßnahmen
    für Langzeitarbeitslose usw. und kippen alle dadurch freigewordenen Mittel in einen neuen Geldtopf.
  • Zusätzlich füttern Sie diesen Topf wie folgt auf:
    Sie führen eine Vermögenssteuer ein und heben den Spitzensteuersatz auf ALLES
    auf 50% an (die aber fast Keiner zahlen wird, siehe Rechnung unten).
  • Alle Besteuerungsarten werden als Quellensteuer am Ort ihres Entstehens direkt abgeführt.
  • Dividenen, Spekulationsgewinne und Erwerbseinkommen werden steuerlich gleichgestellt.
    Damit beteiligen Sie künftig auch Kapital ebenso wie Arbeitsleistung an der Sozialfinanzierung.
  • Sie nehmen in Kauf, dass durch die so weggefallenen Funktionen und
    Verwaltungstrukturen eine mindestens hohe sechsstellige Zahl an Arbeitslosen
    erstmal sofort zusätzlich entsteht.
  • Wenn Sie das machen, sind ca. EUR 1.000 mtl. für JEDEN als bedingungsloses,
    anrechenbares Grundeinkommen rechnerisch möglich.
  • Die Anrechnung erfolgt so: Unabhängig von Ihrem Einkommen (sei es Erwerbstätigkeit oder rein aus Kapitalvermögen etc.) bekommen Sie mtl. EUR 1.000
  • Verdienen Sie "irgendwie" EUR 120.000 im Jahr, zahlen Sie EUR 60.000 Steuern.
    Sie bekommen aber mtl. EUR 1.000 GE - also zahlen Sie netto EUR 48.000 Steuern.
    Das entspricht netto einem 40%-Steuersatz - also weniger als heute.
  • Verdienen Sie "irgendwie" EUR 60.000 im Jahr, zahlen Sie EUR 30.000 Steuern,
    abzgl. GE wie oben in der Rechnung bleiben effektiv noch EUR 18.000 übrig,
    das entspricht einem effektiven Besteuerungssatz von 30% - auch weniger als heute.
  • Im dritten Beispiel für einen Geringverdiener mit mtl. EUR 2.000 brauchen Sie
    nun keine Berechnung mehr - er zahlt effektiv KEINE STEUERN mehr.
    So, wie es für Geringverdiener eigentlich auch sein sollte m.M.n.

Welche Langzeiteffekte könnte das Modell mit sich bringen  (+/-)  ?


  • die Anzahl der "klassischen Vollzeit-Arbeitsplätze" würde sich vermutlich deutlich verringern
  • viele Menschen würden durch das GE auf  eine Teilzeitbeschäftigung runter gehen => das gleiche Volumen an Arbeit würde auf mehr Menschen/Schultern verteilt
  • weniger Erwerbstätigkeitszeit böte zeitliche Freiräume, bspw. zur Weiterbildung/Umschulung
  • weniger Erwerbstätigkeitszeit ermöglichte vielen Menschen, es sich leisten zu können, ehrenamtlich oder sozial unterstützend tätig zu sein
  • "unbeliebte" Jobs würden fast ausschließlich von Gastarbeitern / Zuwanderern erledigt werden müssen.
  • der Wegfall der zeitlichen Ordnungsstruktur eines Erwerbslebens dürfte zu einem Anstieg der Verwahrlosungen / Alkoholismus führen
  • mutmaßlich geringere Krankheitszeiten/Ausfalltage bei jenen, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen, durch längere Erholungszeiten und Wegfall Existenzängste



Falls Ihnen das Alles zu theoretisch und rechnerisch nicht nachvollziehbar ist,
möchte ich Sie bitten, sich zurückzulehnen, und die Thematik noch einmal
von ganz weit weg zu betrachten, anhand folgender Fragestellungen:


  1. Allein die Bundesagentur für Arbeit beschäftigt mehr als 100.000 Menschen
    und nochmal etliche zusätzlich arbeiten in den Jobcentern.
    Die sind zuständig für 2,6 Mio Arbeitslose und ca. 7 Mio (!) Hartz IV-Bezieher.

    Halten Sie diese jetzige Situation für effektiver?
    Oder auch nur für erstrebenswerter?
    Oder gerechter?

  2. Falls Ihnen -wie mir früher- der Gedanke zuwider ist, dass dann auch
    die ganzen Faulenzer und Drückeberger und Taugenichtse jeden Monat
    tausend Euro fürs Nichtstun kriegen:

    Glauben Sie, das sei jetzt etwa anders?
    Wenn Sie deren Hartz IV-Bezüge plus das Gehalt derjenigen, die diese Menschen
    verwalten, zusammenrechnen?
    Plus den ganzen Qualifizierungskram?

  3. Haben Sie den Umstand, dass Ihre Arbeitsleistung erheblich strenger besteuert wird
    als jegliches Kapital, seither als gerecht empfunden?

  4. Wären Sie auch dann noch ein Gegner z.B. der Vermögenssteuer (s.o.) geblieben,
    wenn Sie gewusst hätten, dass die nie gedacht war für Barvermögen unterhalb 1 Mio Euro,
    Sie also gar nie betroffen gewesen wären?

  5. Lassen Sie den ganzen Scheiß meinetwegen 30, 50 oder 100 Mrd. mehr kosten
    als zunächst gedacht und errechnet - wo ist das PROBLEM?

    Wir konnten lachend 123 + 24 Mrd nach Griechenland ausbuchen ("bürgen"),
    wir konnten binnen STUNDEN eine Hypo Real Estate und Andere Landesbanken retten
    und haben dabei 51 Mrd EUR sofort verbrannt und weitere 480 Mrd an Bürgschaften verballert - und diese Zahlen sind 5 Jahre alt.

    Falls das nicht reicht: Alle Deutschen haben zusammen 5.000 Mrd. Eur BARvermögen im Inland liegen.
    Also bitte - wir können ALLES.
    Wenn wir WOLLEN.

  6. Wenn Sie sich die Politiker und Lobbyisten anschauen, die am Lautesten schreien
    gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen:

    Wogegen/Wofür waren diese Menschen bisher in der Vergangenheit sonst noch so?
    Was genau sind das für Leute?
    Wie glaubwürdig und dem Volkswohle zu dienen geeignet waren deren Positionierungen
    in der Vergangenheit?
    Wie haben die abgestimmt?
    Wofür/wogegen?
    Welche Nebeneinkünfte und aus welchen Quellen beziehen sie?


Im Prinzip reicht allein Punkt 6 schon aus, um Einen zum Nachdenken zu bringen, finde ich.
Weil es manchmal schon reicht, sich den "NEIN"-Sager anzusehen, um für "JA" zu sein.


Dienstag, 15. August 2017

Mondscheinsonate by Tina S.


[ Premiere im SoulBlog:

Megascharfes junges Ding heute als Thema.
Und KEIN EINZIGES Wort von mir aus der fuckability-Ecke.

Und auch sonst: NULL Sexismus heute.

Kein Zweifel: Mir setzt dieses Wetter zu, ehrlich.
Ich werd' schon ganz weich in der Birne. ]





Es gibt da draußen eine ganze Legion junger Frauen, die unglaublich talentiert und
virtuos auf der E-Gitarre sind, und von denen man nie etwas hören wird.

Nicht so Sie - denn SIE haben Glück!

SIE sind schließlich abonniert auf den SoulBlog, den Hort der Wissbegierigen,
den Hafen der Sprachgewandten, den Musentempel der Schöngeistigen.

Wirklich neoklassizistische Gitarristen gibt es heute weniger als Ende der Achtziger,
Anfang der Neunziger, und auch wenn Tina S. nicht explizit zu ihnen zählt,
spielt sie doch in ihrer Topriege mit.
Und das mit 18.

Ein bisschen Herumstöbern auf JuhTjuhb bringt Sie zu ihren Anfängen,
im Alter von acht, neun Jahren:




Und das Ergebnis vieler tausend Stunden Übung, Leidenschaft und Talent
ist dann so ein Juwel wie der dritte Teil von Bachs Mondscheinsonate.

Flirrendes, federleichtes Fingertapping (ab 03:30 etwa), filigraner und eleganter sogar,
als es der Arrangeur dieses Stücks Dr. Viossy selbst hinbekommt.

Und auch in größerer Zeitnot immer noch die Chuzpe, sich die Zeit zu nehmen für einen
kurzen Powerslide über das Fretboard, unglaublich.



Ihr Endorser VIGIER GUITARS hat ihr übrigens zum 18. Geburtstag ein neues Modell geschenkt.

Sie können ja mal googlen, was eine
neue "Vigier Excalibur" so kostet.

Montag, 14. August 2017

7 days and 1 week KW 32



[ So geht's mir IMMER:

Immer wenn ich sage "das war jetzt das letzte Mal",
kommt es anders. Mittlerweile benutze ich das als
Drohung mir selbst gegenüber.

Scheint zu klappen.]


Montag

Da ich zu blöd bin, eine Teilrechnung von der Zahnprophylaxe über EUR 18,50
rechtzeitig zu bezahlen, kommen zwei Mahnungen.
ZWEI.
Weil ich die ERSTE auch versemmle, natürlich.

Sie lag zwischen Tastatur und Bildschirm - also unauffindbar für mich als Mann.
Unter dem Berg an Zetteln mit Blogideen, die mir mittlerweile als
zu gut erscheinen, als dass sie von mir sein könnten.

Folglich zahle ich völlig zu Recht nunmehr über dreißig Euro, inklusive der Gebühren.
Mir gehört's ja auch nicht anders.

Obwohl, wenn ich die noch zwei weitere Mal liegen lasse, bin ich inklusive Gerichtsgebühren
bei siebzig Euro.
Dann kann ich sagen:
"Ich hab für 45 Minuten orale Fürsorge bei der jungen Blonden
siebzig Ocken hingelegt, aber Jungs? DAS war's jede Minute wert!"

Für einen besseren Humor reicht's derzeit nicht bei mir.
Besser, Sie lachen!
Sonst gibt's hier noch mal Game of thrones-Zeichnungen.

Na, sehen Sie? Geht doch!



Dienstag

Wandle wie ein Zombie müde in die Sauna und bin froh, Pedro dort nicht unterhalten zu müssen.
Weil der ebenfalls platt ist.
(Wenn Sie hier mal 3 Tage nix lesen, hat die Psychaterin wie angekündigt
meine tägliche Dosis Mirtanazipan oder so ähnlich auf 30 mg erhöht.
Und dann werde ich überhaupt nicht mehr wach. ).

Schlafe auf der Saunaliege ein und träume von Sex.
Ich bin ein Kolibri und nähere mich mit ausgefahrenem Stachel heftig flügelschlagend einer großbrüstigen Amazonasblüte, die wie eine orangefarbene Muschi aussieht.

Und kaum stecke ich meinen prächtigen Stachel in die Blüte, schlägt mir
Pedro auf den Arm und grunzt  "Willst Du mit in den Aufguss, es ist gleich volle Stunde...was guckst Du denn so böse?!"

Mein Nachmittagstermin wird abgesagt, weil schönes Wetter ist und dem Kunden völlig überraschend eingefallen ist, dass ja Ferien sind.
Ok, das waren jetzt keine Argumentationslinien auf dem Niveau eines Cato, aber erstens
war Cato auch kein Schwabe und zweitens kommt mir die Absage nicht ganz ungelegen.

Wie mir derzeit im Job überhaupt alles gelegen kommt, was nach ausfallender Arbeit aussieht.


Mittwoch

Ganztags Kundenberatungstag mit und bei Frau B. 
Falls Sie schon sehr lange hier mitlesen: Das war die dumme Nuss, die sich mal
bei meinem Chef über mich fett beschwert und echauffiert hat, wie unmöglich
mein Verhalten doch sei.

Heute (wo ich noch der einzige und letzte aller Spezialisten bin) ist sie zuckersüß zu mir,
aber wie ich damals schon schrieb:
Ich vergebe.
Vergesse aber niemals Namen.

Sie hat es geschafft 3 Termine auszumachen - quer über den ganzen Tag und über halb Württemberg verteilt. Eine Sternfahrt sondergleichen.
Gott sei Dank kann ich sie überreden, den letzten davon (in der größten Entfernung)
zu verschieben. Der wäre ohnehin sinnlos gewesen.

Dieser Tag ist -wie sich herausstellt- komplett für den Arsch.
Und ich mache mir meine Gedanken auf dem Heimweg.

Zum Einen beschließe ich, Ihnen hier thematisch mal ein paar klarstellende Zeilen
zum Versicherungs- und Finanzwesen zu verpassen.
Und zum Anderen schicke ich daheim im home office diese Bewerbung für den anderen Job in NRW ab.

Wenn der Chef dieser Stelle auch nur ein bisschen was in der Birne hat, MUSS der mich
einladen zu einem Kennenlerngespräch. Ich bin nah an der Idealbesetzung.
Da ich ihn aber KENNE, ist das fast auszuschließen.
Gerade seiner Birne wegen ist er keine Leuchte.



Donnerstag

Der Kollege "Gravitator" whatsapped in die Gruppe, dass er nochmal krankgeschrieben ist.
Weil seit Wochen die Netzhaut des Toten auf seinem Auge nicht anwachsen will.

Jetzt versuchen die Ärzte es mit Eigenblut ins Auge einträufeln.
Musste sofort an THE STRAIN denken.



Bei "Eigenblut" kommen wir auf "Rindfleisch".
Bei "Rindfleisch" auf "Grillen",
und bei GRILLEN fällt mir ein, dass wir doch auf Gravitator's baldige Genesung
mal bei einem gemeinsamen Grillen anstoßen könnten!

2 Minuten später ist ein Termin mit 4 Jungs (!!) gefunden und ausgemacht,
inklusive wer-besorgt-was und Übernachtungen.
Versuchen Sie DAS MAL mit 4 Weibern !

Ok, von "tranplantierte Netzhaut funzt nicht" bis zu "dann lasst uns grillen!"
war zwar jetzt auch keine argumentative Glanzleistung á la Cato.

Aber  zum Einen bin ich ja auch schon halber Schwabe.
Und zum Anderen:  Hauptsache Grillen, oder?!

Vergesse abends zum ersten Mal meine Mirtanadingsda-Pillen
und schlafe entsprechend unerholsam.


Freitag

Tag der guten Nachrichten.

Morgens steht eine strahlende Vermieterin in der Haustür:
Sie hat den Prozess um die Ponys gewonnen.
Ich falle ihr um den Hals, die Freude ist groß.
Das Schreiben mit dem Urteil lässt sie mir da.
Es ist mehrfach fehlerhaft, aber inhaltlich gut für die Vermieterin.

Dann zieht sie mich nach draußen auf die Weide.
Unsere Schwalben haben Nachwuchs bekommen - noch flugunfähig.

Wenn Sie mal schauen möchten.


[ bin ich der Einzige, für den die Beiden gucken
wie die Pinguine in "Madagaskar" ?? ]

Nachmittags hole ich auf der Post ein Päckchen ab.
Ich hab's noch nicht mal ganz ausgepackt, da kullern mir bereits die Tränen herunter.
Der Inhalt ist wunderschön, sehr persönlich und etwas zum Träumen.
Beschließe, wieder mehr zu träumen.

Das Skype-meeting zum Ausklang der Arbeitswoche ist ein einziger, schlechter Witz.
Also wie immer.
Schaue nebenher Pornos und vergewissere mich alle 30 Sekunden, ob mein Mikro auch ja zu ist.

Vergesse abends NOCHMAL meine Mirta-Pillen, werfe dafür noch schnell
vorm Licht ausmachen Bachblütenglobuli und Night Rescue-Homöopathiedreck ein
und schlafe konsequenterweise so schlecht wie seit Jahren nicht mehr, Albträume inklusive.


Samstag

Die Geheiratete fährt zu ihrer Familie, ich habe zwei Tage Ruhe daheim.
Verabrede mich zum Mittagessen mit Zimtmädchen, die im Vorfeld um meinen Rat gebeten hatte.

Was ich schon lange habe kommen sehen, tritt ein:
Sie hat sich intern nach München wegbeworben.
Kann gut sein, dass sie genommen wird - sie wird von allen (auch externen) Bewerbern die geringsten Gehaltsvorstellungen haben und ist eine Interne.

Die Vorstellung, dass sie im Zuge dieser Veränderung einerseits endlich ihren Kamelficker abschießt, andererseits aber auch aus meinem Umfeld verschwinden wird, stimmt mich zwiespältig.

Beschließe das zu tun, was in zwiespältigen Stimmungen mittags um eins schon immer geholfen hat:




Sonntag

Endlich habe ich mal Zeit, das Päckchen aufzumachen, was da seit gestern rumliegt.

Mein neues Schlaf-Shirt ist gekommen, endlich.
Nachdem mein bisheriges Nachtshirt ( ein DREAM THEATER-Infinity-Tour-Shirt aus den Neunzigern) zuletzt mehr Loch-Fläche als Stoff-Fläche geboten hatte, musste ein neues Longsleeve her.

Beim Motiv hatte ich lange zwischen "Haus Targaryen" (= Daenerys im Traum vögeln )
und "Haus Stark" (= Sansa im Traum vögeln) geschwankt.

Wie Sie sehen, hat von beiden die Rotharige die Nächte mit mir gewonnen:


Sonntag, 13. August 2017

Samstag, 12. August 2017

Geschwisterbeziehungen ( Game of thrones )


Und noch mal eine Annäherung an "Game of thrones", aufgrund der großen Beliebtheit
des letzten GoT-Beitrages (muuhhaahaaaa....) - aber nee, um ehrlich zu sein:

Der muss einfach noch raus, bevor der schlecht wird.
Der war nämlich schon VOR dem fuckability-rating fertig.

Und ich schmeiß doch nix weg.
Ein Relikt aus meiner Kindheit, Sie verzeihen.

Ein kleines Taschen-chart für die Beziehungen einiger ausgewählter Geschwister in GoT untereinander.

Und jetzt jammern Sie nicht, Sie haben's ja
hinter sich - das war's zum Thema GoT :-).

Also: Höchstwahrscheinlich.



Freitag, 11. August 2017

Screenshotfriday KW 32


[ Sie glauben nicht, wie sehr ich mich
freuen kann über "Kleinigkeiten".

Denn nicht die Größe, der Aufwand oder der Preis
entscheiden darüber, was klein und was groß ist:

Es ist das, was sie in dem Beschenkten auslöst,
Was sie zu etwas Großem macht.

Vielleicht kann ich Ihnen eines Tages davon erzählen,
Davon und so vielen weiteren Geschwistern dieser Kleinigkeit.

Morgen übrigens nochmal "Game of thrones"-content.
Damit Sie gleich was Besseres mit Ihrer Freizeit planen können.]












Donnerstag, 10. August 2017

fuckability rating ( Game of thrones )


Eigentlich müsste ich Frau Vanilla bis ans Lebensende monatlich Blumen schicken,
da SIE es war, die mir immer wieder Game of thrones schmackhaft gemacht hat.

Bis ich es dann irgendwann tatsächlich (mit 5 Jahren Verspätung) angefangen habe anzugucken.
Und jetzt genau so ein Junkie bin wie Millionen andere auch.^^

"Gekriegt" hatte sie mich (so in etwa, die Unterhaltung ist schon sehr lange her) mit den Beschreibungen "jedes zweite Mal ein halber Porno" und "gefolgt Gewalt und Niedertracht".

Also beinahe so, wie der Verlauf in jeder Ehe, dachte ich mir, und lud ganze Staffeln herunter.

In "Game of thrones" bekommen Sie dutzendweise neue Charaktere vorgestellt - da kann man schon mal leicht den Überblick verlieren.
Und "Überblick", das suchen Sie ja auch immer, das brauchen Sie, deshalb kommen Sie hierher!

Heute also nach mühevoller Handarbeit meine ganz persönliches, absolut stereotyp-sexistisches
fuckability-rating aller weiblichen Darstellerinnen in "Game of thrones".

In loser Reihenfolge, auf einer Skala von 0 (= lieber einen toten Gaul vögeln)  - 10 (smoking hot as hell).
Und wo nur ein Strich ist ( - ), war kein rating möglich, da zu jung (sofern man legal bleiben möchte).

Selbst Fans werden nur die wenigsten davon zuordnen können, aber ich wollte das
unbedingt mal vollständig erledigt haben. Ich kann ziemlich gründlich sein, wissen Sie.


P.S.: Sie brauchen erst gar nicht nach einem männlichen Darsteller-rating fragen,
das mach' ich nicht! ;-)

Mittwoch, 9. August 2017

Fragebögen ( I )



[ In der sehr gelb gestrichenen Praxis von Dr. Schwein
(der nicht nur aus diesem Grund mir irgendwie einem
alten Bekannten namens "King Lube III." ähnelt)
stieß ich auf etwas Ausborgenswertes.

Und da ich seit Längerem nix mehr gemacht habe
in Richtung "Webfundstücke, nehm' ich das
für heute hierher mit. ]




1.        Hast Du schon mal auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerk
öffentlich den Tod von Prominenten betrauert? In welcher Weise?


In den wenigen Monaten, in denen ich auf FB irrlichterte, tat ich das
genau EIN mal und zwar beim Tod vom Lemmy Kilmister.
Es war ein schlichter "R.I.P., Lemmy"-post, samt Foto von einem Live-Auftritt von Motörhead.


2.      Hast Du schon mal auf Facebook oder in anderen sozialen Netzwerk den Tod
von Freunden, Haustieren oder Familienmitgliedern betrauert? In welcher Weise?


Nein. Während der Zeit auf FB starb niemand aus meinem Bekanntenkreis,
und ich habe weder Familie noch Haustiere.



3.      Wann warst Du das letzte Mal auf einem Friedhof?


Letzte Woche. Ich gehe gern auf Friedhöfe.
Und das nicht nur, wenn ich Eichhörner fotografieren will^^.



4.      Wann hast Du das letzte Mal ein Social Media-Profil

einer verstorbenen Person aufgerufen?


Im Juni 2017. Es war das Xing-Profil eines seit mehr als zehn Monaten verstorbenen Kollegen
und ich fand es unglaublich, dass ihn noch niemand als verstorben gemeldet hatte.
Und wie schwierig es war, ihn als verstorben zu melden.



5.      Sollten Beerdigungen/Trauerfeiern auf Video aufgezeichnet und bei
Youtube hochgeladen werden? Warum (nicht)?


Solange sie SO vertont werden: JA.


6.      Wie viele Profile in sozialen Medien & Netzwerken existieren von Dir?

Kommt drauf an, was man unter Netzwerke versteht - social media Profile gibt es zwei.


7.       Wie viele Fotos hast Du selbst im Netz veröffentlicht?

Es dürften inzwischen weit mehr als 1000 sein.

8.      Wie viele Videos hast Du selbst im Netz veröffentlicht?

Inklusive der stillgelegten Plattformaccounts: Etwa 200.


9.      Würden Deine Familie in Deinem digitalen Nachlass “Überraschungen” finden?

Und OB.^^



10.   Benutzt Du Apps oder Verknüpfungen, mit denen Du einige Deiner
Tweets oder Facebook-Posts automatisch veröffentlichst?

Nein und das würde ich auch keinesfalls tun.

11.     Nutzt Du einen Passwort-Manager?

Nein. Ich habe bei den etwa 20 von mir laufend benötigten Passwörtern eine strenge Nomenklatur, vermittels derer ich mir auch vergessene Passwörter wieder herleiten kann.


12.    Wie viele Menschen wären (wenn sie wollten) in der Lage
auf Dein Emailpostfach zuzugreifen?

Auf meinen geschäftlichen Emailaccount: Jeder, der ein paar Minuten vor meinem
Bildschirm am Schreibtisch sitzt und logisch denken kann^^.

Auf meine acht privaten accounts: Niemand.


13.    Würden andere Menschen im Fall der Fälle in der Lage
Zugriff auf Deine Passwörter zu erhalten?
Ja.


14.   Weiß Deine Familie, dass sie als Hinterbliebene ggf. rechtlich
verantwortlich für Deine Online-Inhalte werden?
Nein.

15.   Sollen alle von Dir im Netz verfassten Inhalte
(Fotos, Texte, Videos…) verschwinden? Warum (nicht)?

Nein. Was ich zu Lebzeiten als veröffentlichungsfähig und -wert hielt, wird diesen Status
ja nicht allein durch mein Ableben verlieren.
Und ich finde digitale Friedhöfe (wie muellseite.de) eine schöne Möglichkeit, noch einmal in der Vergangenheit zu stöbern (sofern noch möglich) und den Gedanken und Worten des Verblichenen zu lauschen.

16.   Hast Du ein Testament verfasst?

Ja. Und eine Patientenverfügung. Und eine Vorsorgevollmacht. Und eine Organspendeverfügung.
(Für alle, die das für aufschiebbar oder sekundär halten, hätte ich ein paar real passierte Schauergeschichten zu erzählen)

17.   Hast Du Deinen digitalen Nachlass im Testament geregelt?

Nein. Das regele ich anders.

18.   Nutzt du einen Anbieter, um deinen digitalen Nachlass zu regeln?
Warum (nicht)?

Nein. Jemand wird rechtzeitig alle Zugangsdaten zu allen accounts erhalten.
Und diese Person soll dann selbst entscheiden, was damit passiert.


19.    Ist dieser Fragebogen der erste Anlass, Dir Gedanken
um den Digitalen Nachlass zu machen?

Nein.

20.  Wer sollte sich als nächstes Gedanken um den Digitalen Nachlass machen? 

Niemand, der noch nicht seine wirklich wichtigen Dinge geregelt hat (siehe Frage 16)




Dienstag, 8. August 2017

Eine Notiz aus der Zukunft


[ Es waren Zeilen von Frau Inferno gewesen,
die mich hatten nachdenklich werden lassen:

Hättest Du Deinem jüngeren ICH etwas zu sagen?
Wenn ja - was?

Und dann stolperte ich über dieses meme.
Wie man halt so oft über Dinge stolpert,
über die man gar nicht wirklich "stolpert". ]




Montag, 7. August 2017

7 days and 1 week KW 31


[ Von den 7-Tages-Rückblicken
verabschiede ich mich auch so langsam.

Too much to read.
Aber komm, einmal noch. ]


Montag

Wie könnte die Woche besser beginnen als mit einer toten Maus, die als
Katzengeschenk (vermutlich von Lilly) vor der Autotür abgelegt wurde?

Richtig:
Mit einem Kundentermin bei alleinlebender Mutter und Tochter (addiertes Alter: 135 Jahre),
in deren gemeinsamer Wohnung es nach sehr vielen toten Mäusen und ihren Beschaffern riecht.

Als wäre der Reiz der Würgereflexe nicht noch genug bedient, geht es anschließend zur
Vorbesprechung der Spiegelungen ins Klinikum.
Weil ich viel zu früh bin, habe ich 45 unangenehme Warteminuten in der Klinik-Cafeteria.

Welche ich als WKD umgehend schließen (und als verantwortlicher Manager
umgehend abbrennen und komplett neu hochziehen) würde.

Sehe den Insassen mit ihren Schläuchen in der Nase und Infusionsnadeln
in den Armen draußen auf der Terasse zu. Beim Rauchen.

Nehme im Geiste für einen ganz, ganz  kurzen Moment die Erstattungspolitik unserer
gesetzlichen Krankenkassen in Schutz und beginne mit der langen, demutsvollen Suche
nach der richtigen Station.


Dienstag

Bekomme morgens bei der neurologischen Psychaterin ein paar Hausaufgaben.
Unter Anderem:

  • die Terminvereinbarung bei einer Psychotherapeutin
  • das Führen einer "Erfolge-Liste" und
  • ein neues Medikament zum Schlafen, welches höher dosiert auch als AD eingesetzt wird.

Der Vorteil davon soll sein (nachdem Baldriparan und Hopfen bei mir wirkungslos geblieben waren), dass man davon durchschlafen könne, aber anderntags keinen hangover habe.


(Ergebnis:

Nach der ersten Einnahme bin ich
den ganzen nächsten Tag lang nicht richtig aufgewacht,
bin gegen jeden Türrahmen gelaufen, der meinen Weg kreuzte
und hatte Schwierigkeiten beim Sprechen.

Grandios.
Ok, nächster Versuch.)

Nachmittags fahre ich auf ein event, über das ich hier (noch) nichts schreiben darf,
erinnere mich aber gut an die Gegend aus früheren beruflichen Zeiten.

Und dass der Verkehrsfluss dort, sagen wir, anderen Gewalten ausgesetzt ist als jene,
die wir in der Landeshauptstadt (Deutschlands Stau-City Nummer 1) genießen dürfen.



Aber natürlich gilt unbestritten:
Lieber einen Verkehrteilnehmer mit Hufen UND Hörnern vor sich,
als einen nur mit Hörnern.



Mittwoch

Mittagessen mit Zimtmädchen, und während wir auf ihren Fisch und meinen Salat warten,
kramt sie in Ihrer Kleinwagen-Äquivalenz-Handtasche herum.

Und zieht ein absolut misshandeltes Handyladekabel hervor, mit gerissener Isolierung
und kurz vorm Exitus.

[ Sie entschuldigen bitte den Fehlfokus,
die Kamera kennt inzwischen meine Prioritäten. ]


Ich habe NOCH NIE ein Kabel in derartigem Zustand bei einem MANN gesehen - mal nachgefragt,
an Sie Frauen: Wie MACHEN Sie das? Wie SCHAFFT man so was??

Kann man denn gottverdammtnochmal nicht PFLEGLICH mit seinen Sachen umgehen?
Ist das SO SCHWER??

Jedenfalls fiel mir sofort mein Groupon-Deal ein, den ich morgens auf dem Handy gesehen hatte.
Und bestellte ihr noch an Ort und Stelle ein neues, bruchsicheres Kabel.

"Aber nimm Eines, was schön ist! Eines, das farblich zu mir passt!" 
-  "GEHT KLAR."

4 Tage später:


Bin mal gespannt, was sie sagt.


Donnerstag

Habe mir für heute home office eingetragen, weil ich nach dem Frühstück nichts mehr essen soll
und nachmittags ja die Endofalk-Party losgeht.

Gönne mir daher ein paar Stunden mit Pedro im Anschluss an meine Physiotherapie fürs Kreuz (die übrigens sensationell hilft). Erfahre dabei, dass er beim gleichen Arzt seine Spiegelung gemacht bekommen hat wie ich.

Und dass er längst überfällig sei mit der Nachsorge.
Weil er zum dritten Mal einen Divertikulitisschub hatte - und das dann sagen müsse!
Aber ab dem dritten Schub sei man geneigt, die entzündliche Region im Darm wegzuschnippeln.
Und dann hieße es: Alle 2-3 Jahre Darmspiegelung.
Was er vermeiden will.

Nur noch mal zur Klarstellung:
Der Mann ist Mitte fünfzig und hat einen kleinen Sohn, der noch nicht zur Schule geht.
Und so jemand lässt einen klaren Befund in seinem Unterleib nicht erledigen/behandeln/versorgen.
Als Privatpatient.

Wie dämlich kann Mann eigentlich sein?


Freitag

Meinen Freitag haben Sie bereits genießen dürfen. Tag der Sono und Spiegelungen.
Der Rest des Tages besteht aus sanften Ernährungsversuchen, Ausruhen und dem Wegdrücken
geschäftlicher Anrufe.

Immerhin darf ich alles gleich wieder essen und trinken - und weil ich totmüde bin und der Arzt nix gesagt hat von wegen "Kaffee is' nich'!", probiere ich diverse Nespresso-Kapseln durch und komme abschließend zu einer Liste, die ab jetzt immer nachgekauft wird.

Falls Sie einen Tipp haben möchten, alles mit ++ und + schmeckt
sowohl als Espresso als auch als Cappuchino:


Die Lieblingskapsel der Gattin ist übrigens ROMA.
War ja klar.


Samstag

Dass wir schon vor Monaten ausgemacht hatten, mal eines unserer Patenkinder zu schnappen
und ins Urzeitmuseum zu fahren, hatte ich bis morgens schon erfolgreich vergessen.
Mittags holen wir ihn ab.

Seine große Schwester packen wir auch noch ein und los geht's - allerdings
freuen sich die Kids (verständlicherweise) viel weniger auf das MUSEUM als auf
den benachbarten STEINBRUCH.
In diesem kann man gegen eine Leihgebühr Hammer und Meißel bekommen
und selbst nach Fossilien graben und klopfen.

Das Museum schaffen wir in (gestreckten) 40 min.
Zum Bedauern der Kids sind fast nur Wassersaurier dort zu finden.
Nicht so spannend für Kinder.

Der Steinbruch ist gut besucht, etwa 50 Besucher -vom Amateur bis zum Steinklopfprofi-
sind heute nachmittag am Start.
Ich halte es 10 min als Zuschauer aus, dann packt auch mich die Ausgrabungslust.

Also buche ich einen weiteren Satz "Hammer und Meißel" nach und beginne unter
den staunenden Augen der benachbarten Asiatenfamilie nach Herzenslust lautstark
mit der Umgestaltung des Steinbruchs.

Unsere Ausbeute ist nicht sooo schlecht,
aber die Kids sehen hinterher aus wie Kaminfeger.



Fazit:
Geile Sache, da muss ich nochmal hin.
Dann mit leerem Kofferraum.
Und einem ordentlichen Matsushita Schlaghammer.

Sonntag

Diese Schlafpillen, die mich durchschlafen lassen sollten, sind echt klasse:
Statt 2-4 mal pro Nacht wache ich 5x auf und bin vormittags gerädert wie nach dem Houston 500.*

Der Idee der Gattin, statt selber zu kochen in den Biergarten zu gehen, schließe ich mich
widerspruchslos an, heute wäre ich am Herd eine größere Niete als...ja, wer fällt mir da ein?
Mario Barth oder so.

Und abends schauen wir die erste Folge der -zum Glück letzten- Staffel von THE STRAIN.

Wenn sogar die Auftaktfolge schon so beschissen ist, war es vermutlich
eine gute Entscheidung der Produzenten, nur 6 (statt 10) Episoden bis zum Abschluss zu bringen.






* ich WEIß, dass Sie das googlen werden.
Ihnen ist ja nicht zu helfen.

Sonntag, 6. August 2017

Samstag, 5. August 2017

starker Kamillentee



Freitag war die letzte Runde der großen Privatpatienten-Hafenrundfahrt angesagt.
Einmal in die Landeshauptstadt rein in die Klinik.

Bzw. zweimal - einmal zum Vorgespräch und dann zur eigentlichen Untersuchung
4 Tage später nochmal.



Gebucht  im Rahmen der Hafenrundfahrt bei Prof. Dr. Cptn. Iglo war die "Dreifaltigkeits-Tour",
bestehend aus Sono, Gastro, Kolo.
Stand jedenfalls genau so auf der Visitenkarte drauf, die mir die Hausärztin
vom Klinikum gegeben und handschriftlich ergänzt hatte.

Der Vorgesprächstermin bestand aus folgenden Zeitanteilen:

  • 85% die richtige Station im Krankenhaus finden - und das trotz 4x
    an verschiedenen Stellen nachfragen und Antworten in unterschiedlicher
    Länge, Güte und Freundlichkeit erhalten
    ("wir haben hier EBENEN, keine STOCKWERKE!!")
  • 10% Formulare, Warnhinweise und Enthaftungsbestätigungen (sowie sämtliche Kostenübernahmen und sofortige Überlassung des Erstgeborenen) durchlesen und unterschreiben
  • 5% Vorgespräch mit dem Behandler

Die Sonographie ist pillepalle:
Sie werden mit Gel auf einer Liege ruhend eingeseift.
Und dann fährt der Doc mit einem Deoroller mit Kabel dran über ihren Bauchraum
und alles, was Sie hin und wieder tun müssen, ist tief einatmen und die Luft anhalten.
(Auch, wenn Sie Führungskraft sind: DAS kriegen Sie hin!)

Das Ergebnis war nicht überraschend: Kein Befund, aaaaber.

"Sehen Sie die hellen Stellen da, rund um die Niere? Und hier, um die Leber herum?"
"Äh...ja?!"
"Das ist ein kleiner Speckmantel. Wäre gut, wenn Sie den
noch loswürden, aber das wissen Sie vermutlich?"

"Ja-haa!"


Dann kam im Doppelpack Magenspiegelung und Darmspiegelung.
Ich sag's Ihnen gleich: Die harmloseste Prozedur/Behandlung, die Sie JEMALS mitmachen werden!

Sie bekommen genau genommen gar nichts mit, denn Sie liegen die ganze Zeit
anästhesiert auf der Liege und wenn Sie aufwachen, ist alles gelaufen.

Hinterher kein Brennen in der Kehle beim Schlucken, kein knuspriges Gefühl um die Rosette,
alles easy.
(was Sie am nächsten Morgen neben MIR aufwachend
nicht ausnahmslos von sich werden behaupten können)

Sie ziehen sich aus, bekommen OP-Socken und OP-Slip,
legen sich hin, bekommen einen Zugang gelegt (bei mir war's die rechte Hand), und sobald
der Arzt da ist, kriegen Sie eine Betäubungslösung dort rein, die aussieht, wie frische Kuhmilch.

Dann brennt es kurz in der Schulter und dann kriegen Sie nicht mal mehr mit, wie Sie wegklappen.

Das mit Abstand Unangenehmste ist der Tag DAVOR.
Da dürfen Sie nämlich daheim anfangen, den Darm zu entleeren - beispielsweise mit Endofalk.
Endofalk kriegen Sie aus der Apotheke, ein weißes, nach Obstgeschmack riechendes Pulver, das Sie in Wasser (keine Säfte!!) einrühren.

Das Gemeine:
Das Zeug riecht nur nach frisch.
Aber es schmeckt wie...wie....

Nachfolgender Dialog (geführt mit einer erfahrenen Frau) mag Ihnen als grobe Orientierung dienen.



Und das Entsetzliche ist, dass Ihnen beim Durchzählen der Beutel aus der Verpackung
klar wird, dass da 10 (ZEHN) Beutel drin sind.
Jeder Beutel ergibt 500 ml.

Zehn ergeben also FÜNF LITER.
Und DIE TRINKEN SIE, laut Anweisung.
Es sei denn, Sie kommen früher zum Ziel.

Das Ziel heißt, eine Farbe und Konsistenz beim Stuhlgang zu erreichen,
welche im heutigen post-title beschrieben ist.
Und JA, das steht genau so in der Gebrauchsanweisung drin, lachen Sie nicht.

Bei MIR waren es viereinhalb Liter bis das soweit war.

Wissen Sie, wie ekelhaft es ist, viereinhalb Liter runterzudrücken,
wenn Ihnen nach dem zweiten Beutel bereits zum Kübeln ist?
Ich sag nur: Bukkake-Party im Schwabenland.

Übrigens war eine hübsche, sehr junge Asiatin als Krankenschwester-Azubiene
mit im Untersuchungszimmer.

(Himmel, wie weh das tun kann, 4 min am Stück den Bauch einzuziehen,
wenn man noch auf der OP-Bettkante sitzt!)

Ihre ältere Kollegin verkabelte und verklebte mich noch und fragt so smalltalk-mäßig,
weshalb ich heute hier sei und die Untersuchungen machen lasse.

Und ich so: "Aus purer Genusssucht!"

Die Asiatin hat sich schier verschluckt an ihrem eignen Lachen.
Die anderen zwei (schwäbischen) Krankenschwestern zuckten nicht mal
einen einzigen Millimeter mit den Mundwinkeln.
Mentalitäten, Baby!

Hinterher im Aufwachraum musste ich noch 30 min liegen bleiben.



Hinter dem blauen Vorhang lag eine junge Frau, ebenfalls zum Aufwachen.
Die Pulsmesser an unseren Fingern piepten immer abwechselnd laut, wie die
Pommes-Friteusen bei McDonald's.
Immer abwechselnd.
Haben Sie (ganz) früher mal Pelota (oder PONG) gespielt?
Genau DER Ton!

Irgendwann fing ich an, meinen Puls auf ihren zu beschleunigen, sodass mein Piepen
IHR Piepen einholte.
Dann piepten unsere Herzen für eine kurze Zeit synchron,
bis ich Sterne vor den Augen hatte und langsamer atmen musste.
Woraufhin unsere Pulsschläge wieder zum abwechselnden Takt zurückkehrten.

Zwischendurch war ich kurz versucht, durch den Vorhang zu fragen,
ob SIE auch Lust hätte auf eine Caipirinha, wo ich doch den praktischen
Schwesternrufknopf in die Hand gedrückt bekommen hatte.


Aber das hab ich mich dann doch nicht getraut.
Man soll seinen Privatpatientenstatus nicht überreizen, fand ich.

Als ich abgeholt wurde, sah ich auf dem Weg nach draußen so viele kaputte, kranke Gestalten,
dass ich mir fest vornahm, hier nicht mehr freiwillig herzukommen.
Zumindest nicht, wenn es nicht wirklich unumgänglich ist.

Und bis zu den nächsten Routinespiegelungen hab ich ja jetzt 10 Jahre Zeit :-).


Fazit der Untersuchungen:
Tun Sie's!
Es ist harmlos, aber wichtig.


Freitag, 4. August 2017

EEG und EKG


[ Sollte es angesichts des Titels Ihre Sorge
gewesen sein, dass ich Sie heute mit den
Qualen des erneuerbare Energien-Gesetzes
malträtiere:

Falsch gedacht.
Es geht lediglich um meine Gehirnströme und das Herz.
Also im weitesten Sinne auch erneuerbare Energien. ]


Sie wollten doch schon immer mal wissen, wie man aussieht,
wenn man eine Elektroenzephalographie bekommt.
Doch, wollten Sie.
Leugnen Sie nicht!

Nun, an dieser Stelle wird Ihre unstillbare Neugier hier und heute befriedigt.
Was ja wichtig ist, fürs Gemüt und die innere Ruhe:
Die Befriedigung.

Aber erst sollten Sie noch wissen, WARUM man so was machen lässt.
Ich hab's ja machen lassen.
'Kann Ihnen aber auch nicht so genau verraten, weshalb.

Vielleicht hilft die Herleitung der Tage und Wochen zuvor?

Also:
Ich schlafe schlecht. Sehr schlecht.
Schon lange. Aber in letzter Zeit besonders.
Kann (und wird) natürlich mit meiner emotionalen und damit psychischen Situation zusammenhängen.

Und wäre ich ein Kassenpatient, dann wäre die Geschichte damit auch schon zu Ende erzählt.

Dann hätte ich nicht die Hausärztin, die ich habe, dann hätte ich eine
freundschaftliche Empfehlung á la

"Gehen Sie abends 20 min spazieren, das macht den Kopf frei!" 

bekommen und medikamentös hätte es allenfalls ein

"Kaufen Sie sich (rezeptfrei, dann geht es nicht auf mein Budget!)
Baldrian und Hopfen 
in der Apotheke, dann wird das schon!".

Aber ICH bin ja bei einer privaten Krankenkasse,
und DANN lautet die Diagnose:


"Wir sollten auf jeden Fall ausschließen, dass da
was Organisches oder Neurologisches vorliegt!",

also: EKG, Belastungs-EKG, EEG and more.

EKG samt Ultraschall war übrigens cool:
Sie würden nicht glauben, was für eine saugeile Aorta ich habe!
Echt jetzt, die ist wie neu!

Und pumpt am Hals mit einer Lebensfreude wie ihre Kollegin weiter südlich,
im Cthulhu des Soulweepers.
Hab' ich selbst beobachten können auf dem Bildschirm.
(Also, die nördliche.)

Belastungs-EKG war weniger lustig.
Wenn Sie denken, da müssen Sie auf ein Ergometer (=Fahrrad), sind sie schief gewickelt,
vielmehr LIEGEN Sie schief - auf einer schrägen Pritsche.
Pedale trampeln müssen Sie trotzdem, aber dann entfällt für den Arzt
das lästige Aufheben, wenn Sie Sterne sehen und umkippen - Sie liegen ja schon.
Clever, diese Mediziner!

Und ein Lob gab's auch noch vom Doc.
"So untrainiert! Und dann bis Stufe 4 mit 175 Watt, das schafft nicht Jeder!"

(ok, das "Lob", das musste man jetzt
so ein bisschen zwischen den Zeilen raushören)


"Was machen Sie beruflich?"

Ich schaue ungläubig auf meinen nackten verkabelten Speckbauch herab
und auf meine ausnahmslos verkümmerte Körpermuskulatur.

"Make an educated guess, George!"
"Wie bitte?!?"

"Ich sagte, ich sitze den ganzen Tag!"

"Ach so, na dann hab ich eine gute Nachricht für Sie:
Aus kardiologischer Sicht sind Sie völlig in Ordnung, Sie können
jeden Sport machen. Auch stärkere Belastungssportarten sind kein Problem!"

"Ok - und jetzt die Gute?"



Bei der Neurologin war es weniger fordernd.
Zumindest körperlich.
Immerhin sagt sie nicht so böse Sachen wie "Sie sollten Ausdauersport betreiben!" und ähnliche Grausamkeiten. Frauen können ja so gemein sein, wenn sie wollen.

Dafür gab's ein paar Tage vorher einen merkwürdigen Zettel für mich mit.


[ ich bin ja durchaus seltsame Quests gewohnt aus WoW,
aber DAS hier...hmm...]

Für das EEG kriegen Sie eine Bademütze auf, dort werden dann Sensoren angeschlossen
und danach (!) spritzt man ein Leitgel unter die Kontakte.


Dann geht die Messung so etwa 20 Minuten, in denen Sie immer wieder mal die Augen öffnen und gleich danach wieder schließen müssen.
Was keine allzu intellektuelle Herausforderung darstellen dürfte:
Das kriegt man hin.

Sofern Sie WACH sind.
Was ICH aber nicht ausnahmslos war.
Was man dann auch auf dem EEG sah: Das EEG eines übermüdeten Menschen.

Das mit der Mütze war übrigens eine zielführende Empfehlung,
denn dank des Leitgels sehen Sie hinterher aus wie frisch aus der Kanalisation.


 [ so sehen die Haare aus, NACHDEM
Sie die 5 min lang mit dem Handtuch trockengerubbelt haben ]

Übrigens "Kanalisation":
Die Untersuchungen bei mir gehen noch weiter - und zwar genau,
während Sie das hier lesen, läuft schon die Nächste, im Klinikum.

Sie dürfen ja mal raten, welche.

Donnerstag, 3. August 2017

Vom Inhalt einer Männeraktentasche


Da ich mich ein wenig inhaltlich leegeschrieben habe,
bin ich derzeit gerne zu Themenanleihen in anderen Blogs bereit.

(Was für ein wundervoller Euphemismus
für den Tatbestand "Ideenklau".)

Natürlich kann man das Ganze auch als konfuzianische Verneigung vor der Leistung und Kreativität eines anderen Bloggers betrachten (so, wie die produktgefälschten China-Motorsägen zu einem Drittel es Preises ebenfalls lediglich Verneigungen sind - vor den Leistungen der Firma STIHL^^).

Aber da Frau Muschelmädchen so nett (und wie sich herausstellen sollte so überaus fleißig) war,
den Inhalt ihrer Frauenhandtasche zu inspizieren, ließ ich mich davon inspirieren,
etwas zu tun, was seit Monaten mal seiner Erledigung geharrt hatte:
Meine Aktentasche aufzuräumen bzw. zu sichten.

Diese Leder-Aktentasche ist alt. Echt alt.
In ihr sind noch Steckfächer für Barrenhandys.
Da kriegen Sie kein Smartphone der letzten zehn Jahre mehr rein.

Schauen wir mal rein?


  • Taschenkalender "Quo Vadis Geschäft" 
  • 1 iPad Pro
  • 4 geschäftliche Visitenkarten
  • 8 Blogvisitenkarten (Prioritäten, Baby!)
  • 1 geschäftliches iPhone 6
  • 1 privates iPhone 6
  • 1 Radiergummi (halb durchgeschnitten)
  • 2 Fläschchen Boonekamp (man braucht immer ein Notfallfläschchen!
            Falls irgendwo unterwegs mal ein open-world-Raidboss auftaucht.)
  • 1 Zutrittsausweis für die Firma
  • 1 Tube Zovirax (10% Restbefüllung)
  • 1 Glasfeile für Fingernägel
  • 1 Retro-Blechdose Pullmoll
  • 3 Kugelschreiber
  • 1 Druckbleistift
  • ½ Päckchen Taschentücher
  • 1 Kabelkopfhörer Apple (säuberlich aufgewickelt im case)
  • 1 Brillenputztuch (fürs iPad)
  • 1 kleine bunte Glasmurmel
  • 1 Cattier Hand Creme-Tube (der Winter naht!)
  • 1 verschraubbarer Schlüsselanhänger mit Inhalt Schmerztabletten und AD
  • 1 Gummi-MuhKuh, die blinkt, wenn man auf den Bauch drückt (zum Verschenken)
  • 1 USB Stick
  • 1 unregistrierte prepaid-SIM-Karte (Reserve für alle Fälle)


Sie sehen: Mit Ausnahme vielleicht der MuhKuh weitaus unspektakulärer als bei Frau Muschel.
Dafür mit Foto!


Mittwoch, 2. August 2017

Liederraten


Mal angesehen davon, wie cool Macron dreinschaut und dass man
Trump auf der Tribüne jede Sekunde erneut in die Fresse hauen will bei seinem Gesicht:

Erkennen Sie alle Stücke, die die Militärkapelle da spielt?
Ich habe GEJUBELT, als ich sie erkannte.


Dienstag, 1. August 2017

erstes Tattoo?


Da ja sowieso gerade alles im Umbruch bei mir ist,
erwäge ich eine Tätowierung. Sie wäre meine erste.

Ein Motiv dazu habe ich schon seit weit über zwanzig Jahren im Auge,
und im Moment hätte ich auch ein bisschen Geld übrig.

Natürlich hat es was zu tun mit Tod, Skelett, Düsterheit.
Aber es hat auch etwas Entrücktes, Zartes, Musikalisches.

Zwar habe ich nicht unbedingt die richtige Figur für ein Tattoo - aber mal im Ernst,
ich habe für gar nichts "die richtige Figur" (außer als Modell für Kartoffelsackmalerei)
 - warum also nicht genauso lächerlich aussehen wie immer, aber dafür MIT Tattoo?

Alfred Rethel, "Der Tod als Würger" (1831).

Erstes Auftreten der Cholera auf einem Pariser Maskenball.
Während Gäste und Spielleute in Panik angesichts der ersten Toten fliehen, sitzt die Verkörperung der Cholera ganz ruhig im Hintergrund, die Geißel in der Hand.

Der Tod -demaskiert, die Maske baumelt noch in seinem Ellbogengelenk-
spielt  in seinem langen Talar auf der Knochengeige weiter.

Lächelnd.
Entrückt.
Erntend.

Nur ER soll das Motiv werden.
Ich dachte so an 25-30 cm, das Schulterblatt runter.

Was meinen Sie?


Montag, 31. Juli 2017

friends of mine


Vorletzte Woche war die "Krebs"-Woche:
Dreimal erfuhr ich, dass im Bekannten- und Verwandtenkreis die Diagnose "Krebs" eingeschlagen hatte.

Kommt mir das nur so vor, oder hat diese Diagnose massiv zugenommen?!
Wenn ich in die beruflichen Leistungsstatistiken in meinem Job schaue, muss ich sagen:
Ja, hat sie.
Ist das, weil es häufiger vorkommt als früher?
Oder lediglich, weil die Diagnostik besser wurde?

Als mich die WhatsApp-Nachricht von B. erreicht, freue ich mich nur sehr kurz - erst einmal, weil ich nach Monaten wieder einmal von ihr höre.
Aber ich weiß auch:
Sie schreibt aufgrund Zeitmangels NUR, wenn es wirklich wichtig ist.
Und "wirklich wichtig", das heißt nach dreißig Jahren, die wir uns jetzt kennen:
Es geht mehr und mehr um Katastrophen.

So auch diesmal.
Ob ich vielleicht demnächst mal die Zeit hätte, ihren Vater anzurufen.
Den Vater meiner ersten richtigen Freundin.
Ihm ginge es nicht gut.
Speiseröhrenkrebs. Und evtl. Metastasen in der Leber.
Operation eher unwahrscheinlich, gleich aus mehreren gesundheitlichen Gründen.
Zum Einen trauen sich die Ärzte dort nicht hin, zum Anderen ist sein Herz nicht das Beste.

Als ich ihn kennenlernte, kam er mir damals sehr erwachsen und alt vor,
der klassische Vater der Freundin halt.
Rechne ich aber nach, staune ich ungläubig:
Er war damals fünf Jahre jünger, als ich es heute bin.
Kann das denn sein, ffs?!

Meine Antwort an sie kommt schnell und ohne groß zu überlegen:
Nix Telefon. Ich fahre hin.
Und hole B. vorher daheim ab - wir fahren zusammen zu ihrem Vater.
Ihre Reaktion ist überschwänglich und klingt sehr erleichtert,
wie ein unausgesprochener Wunsch.

Als ich samstags mittags dort eintreffe, stelle ich fest, wie stark die Jahre
B. gezeichnet haben.
Sehr viele schlaflose Nächte, RedBull-Missbrauch und Sorgen um einen
überfinanzierten, verrotteten und fehlgeplanten Großbau haben ihr Relief gezeichnet.
Nun kommt die Sorge um den Vater hinzu.
Und trotzdem: Eine der schönsten Frauen, denen ich begegnet bin.

Das Haus, welches als Notlösung gedacht war, ist wundervoll eingerichtet.
Ihr Mann ist wundervoll, ihr Sohn ebenso.
Sonnenscheine.
Man spürt, wie sie die Liebe dieser Menschen einatmet und davon lebt.



Ich packe sie ins Auto und wir fahren noch ein paar Orte weiter.
Alle Straßen unterwegs im Westerwald kommen mir vor, als wäre ich noch nie
in meinem ganzen Leben dort gewesen.
(Dabei müsste ich sie kennen.
Mein Vater wohnte nur einen Ort weiter.)

Als wir vorfahren und die Haustür aufgeht, ist die Freude groß - mit MIR hat
hier heute niemand gerechnet.

Es müssen viele Jahre her sein seit dem letzten Mal.
Als ihr Vater aus dem Garten ins Haus hinzukommt, erschrecke ich erst ein bisschen.
Er hat sehr abgenommen und wirkt tatsächlich wie ein Schmerzpatient.

Doch langsam taut er auf, beim Sprechen hält er sich die Halsfalte mit
zwei Fingern fest - sicher entzündliche Schmerzen, ursächlich vom Tumor weiter unten.
Doch bald sind wir in Fachsimpeleien unterwegs und die gute Stimmung lang vergangener Jahre glimmt erneut auf.

Als wir abends essen gehen (chinesisch-mongolisch), ist der Mann wieder mit Leben gefüllt und isst vom Buffet sehr zur Freude von Ehefrau und Tochter mehr als zwei Teller, die ihn sichtlich zu Kräften bringen. Ich bin etwas erleichtert.

Der Abschied vor dem Restaurant mündet noch in einen späten Abend zuhause
bei B. und ihrem Mann mit fantastischem Lambrusco und einem Gespräch zu dritt.
Welches ich sehr genieße.

Aber welches ich noch viel lieber zu ZWEIT allein mit B. geführt hätte.
Da B. und ich nur auf den kurzen Autostrecken allein reden konnten,
musste quasi alles im Gallopp besprochen werden.

Meine Gedanken über eine Neuorientierung im Leben, all inklusive.
Ihre Depression, die Daumenschrauben der Banken.
Meine Depression.
Geld, Kinder, verlorene Träume, wiedergefundene Hoffnungen.

Und zu meiner Überraschung zweifelt sie meine nur kurz zusammengerauften Beweggründe
nicht einmal eine einzige Sekunde an, hinterfragt sie nicht.
Es scheint fast, als hätte sie darauf gewartet.

Die Nachtruhe beginnt entsprechend spät und ist sehr kurz.
Das fremde Bett, die vielen Gedanken, die Musik vom Feuerwehrfest zwei Ortschaften weiter...

Andernmorgens bin ich -wie immer- der Erste, der wach ist und geduscht in der Küche steht.
Ich komme zum Glück sofort mit dem Siemens-Kaffeevollautomaten zurecht.

Mit der heißen Tasse in der Hand trete ich hinaus auf die Terasse.
Der riesige Garten.
Das Rascheln des Seegrases hinter mir.
Der Schatten des Sonnensegels.

Hier fühle ich mich sogar wohl.
Und gehustet hab ich hier so gut wie gar nicht.

Ganz leicht fällt mir der Abschied nach dem Frühstück nicht.



Samstag, 29. Juli 2017

record perspectives ( III )


[ ...und die letzten
Albumcover, die noch raus müssen.
Enjoy. ]